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Leben mit Guy Morin

Ein offener Brief an den Basler Regierungspräsidenten, der Verdi nicht von Mozart unterscheiden kann und die Stadt mit unpassender Kleidung beschämt.

Harter Schlag. Guy Morin wollte eigentlich zu Verdi, gezeigt wurde aber nur ein alter Ladenhüter von einem gewissen Herr Mozart.
Harter Schlag. Guy Morin wollte eigentlich zu Verdi, gezeigt wurde aber nur ein alter Ladenhüter von einem gewissen Herr Mozart.
Screenshot Telebasel

Lieber Herr Morin, ich hörte, dass Sie gerne in die Oper gehen und selbst regelmässig Orgel spielen würden, vorzugsweise Bach, fast nur Bach, was Sinn macht: ein Mann, ein Komponist, ein Anzug.

Auf die Idee, dass Sie nur einen Anzug besitzen, kam ich, als Sie den inzwischen berühmten, grau-braunen Madrid-Anzug, also jenen, mit dem Sie Ihren Auftritt bei der spanischen Königin vergeigten, kurz darauf bei der Eröffnung der Baselworld trugen. Dort allerdings nicht mit schwarzen Schuhen, der Farbe also, den ihr Anzug in Madrid hätte haben sollen, sondern mit Turnschuhen oder so Schuhdingern, die abgerundete Sohlen haben, MTB oder so, was «Masai Barfuss Technologie» heisst. Es ist ein Schuh, der beim Gehen und Stehen Muskeln trainieren soll, ganz viele, ausser offenbar den, wie man so sagt, Gehirn­muskel. Lieber Herr Morin, gerne können Sie von mir aus mit so was Orgel spielen gehen und Bach-Fugen zelebrieren und darob so bis zum Vergessen ergriffen sein, dass die Welt ausserhalb dieses Klangkokons, die Welt, in der sie ein hohes ­politisches Amt bekleiden, nicht mehr existiert.

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