Zum Hauptinhalt springen

Kunst ohne Sinn und Zweck – oder?

Überall ist Kunst. Wer einmal mit offenen Augen durch die Stadt spaziert, dem fällt sie auf. An Hauswänden, in Parks, auf Dächern, auf Plätzen. Skulpturen, Plastiken, Installationen, Plakate, Wandmalereien, Spraybilder. Manchmal ist sie gefällig, und manchmal kontrovers.

Löste bei der Aufstellung im 1976 eine Kontroverse aus und wird aktuell restauriert: Michael Grosserts «Lieu dit».Nachfolgend einige Beispiele für Kunst im öffentlichen Raum, nach dem Zufallsprinzip und sehr subjektiv ausgewählt.
Löste bei der Aufstellung im 1976 eine Kontroverse aus und wird aktuell restauriert: Michael Grosserts «Lieu dit».Nachfolgend einige Beispiele für Kunst im öffentlichen Raum, nach dem Zufallsprinzip und sehr subjektiv ausgewählt.
Juri Weiss
Mark Handforths Lichtinstallation «Claudia ich liebe Dich» (2001) unter der Johanniterbrücke.
Mark Handforths Lichtinstallation «Claudia ich liebe Dich» (2001) unter der Johanniterbrücke.
Karen N. Gerig
Christine Zuffereys «Fiktion/Fiction» sieht nur, wer unter dem Heuwaageviadukt den Blick nach oben lenkt.
Christine Zuffereys «Fiktion/Fiction» sieht nur, wer unter dem Heuwaageviadukt den Blick nach oben lenkt.
Karen N. Gerig
1 / 21

1976 wurde an der Heuwaage eine Plastik aufgestellt. Überlebensgross, abstrakt, knallbunt. Michael Grosserts «Lieu dit», vom Basler Kunstkredit in Auftrag gegeben, um die Betonwüste Heuwaage aufzulockern, löste einen Proteststurm aus. Das Ding gehöre auf einen Spielplatz, Pflanzen wären viel schöner gewesen, hiess es etwa. Die Plastik zum Schauplatz eines Vandalenakts: Parolen wurden in einer gut orchestrierten Nacht- und Nebelaktion auf die Flächen geschmiert, was in wenigen Stunden verbrochen worden war, dauerte wochenlang zu reinigen. Kunstschaffende solidarisierten sich mit ihrem Künstlerkollegen. Im Grossen Rat wurde dagegen in einem Vorstoss gefordert, das Budget des Kunstkredits zu kürzen. Doch «Lieu dit» blieb. Heute stört sich kaum mehr jemand an dem bunten Werk. Kinder spielen darauf, Gäste vom Pub nebenan setzen sich und trinken ihr Bier. Nur nicht im Moment, denn seit September steht der Sockel leer – die Plastik wird noch bis März restauriert, um dann in neuem Glanz wieder zu erstrahlen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.