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«Kürzt dem Basler Theater das Budget»

Die Premiere der «Aida»-Inszenierung am Theater Basel sorgt für rote Köpfe unter Basler SVP-Grossräten. Grund dafür sind blutrünstige Szenen und ein verängstigter Schäferhund.

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Sopranistin Rena Harms zeigt ihre Blutigen Hände: SVP-Grossrat Heinrich Ueberwasser stört sich am Einsatz von Kindern in einer «blutig-alptraumhaften Szene».
Sopranistin Rena Harms zeigt ihre Blutigen Hände: SVP-Grossrat Heinrich Ueberwasser stört sich am Einsatz von Kindern in einer «blutig-alptraumhaften Szene».
Hans-Jörg Michel/Theater Basel
An ihrer Seite interpretiert Sergej Khomov (mitte) den umworbenen Radames.
An ihrer Seite interpretiert Sergej Khomov (mitte) den umworbenen Radames.
Hans-Jörg Michel/Theater Basel
Alfred Walker, Angeles Blancas, Sergej Khomov, Andrew Murphy, sowie Chor und Extrachor des Theater Basel.
Alfred Walker, Angeles Blancas, Sergej Khomov, Andrew Murphy, sowie Chor und Extrachor des Theater Basel.
Hans-Jörg Michel/Theater Basel
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Doch ein wenig Wirbel um die «Aida»-Inszenierung des als «Skandalregisseurs» bekannten Calixto Bieito in Basel: Heinrich Ueberwasser, ein passionierter Theatergänger, stört sich am Einsatz von Kindern in einer «blutig-alptraumhaften Szene».

Der SVP-Grossrat verlangt in einem offenen Brief, dass auf den Einbezug der Kinder in der Inszenierung «ab sofort» verzichtet wird. Ueberwasser ärgert auch, dass ein Schäferhund in Erscheinung tritt. Dieser habe bei der Premiere «auf der vollen und lauten Bühne offensichtlich verängstigt» gewirkt, schreibt der Grossrat.

Ein «für Extremeinsätze geschultes» Tier

Das Theater Basel versicherte in einer Stellungnahme, dass die sechs Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, die am Rande einer Massenszene Flaggen nähen, gewissenhaft vorbereitet worden seien. Die Kinder und deren Eltern, die teilweise selber am Theater arbeiteten, wüssten um die inhaltliche Bedeutung der Szene.

Bei dem Schäferhund handle es sich um ein «artgerecht gehaltenes und auf Extremeinsätze geschultes Tier», schreibt das Theater am Mittwoch weiter. Der kulturbegeisterte SVP-Politiker hält in seinem Brief fest, die Basler «Aida» sei einem erwachsenen Publikum «gerade noch zumutbar» - und in musikalischer Hinsicht «brillant».

Ein Albtraum ist die Aida-Inszenierung auch für Ueberwassers Partei- und Grossratskollege Eduard Rutschmann. Rutschmann will sich bei der nächsten Budgetdebatte dafür einsetzen, dass dem Theater Basel die Mittel gekürzt werden. «Ich liebe Aida – aber diese Vorführung sollte man sofort stoppen», sagt Rutschmann gegenüber baz.ch. «Wenn das Theater mit weniger Suventionen auskommen müsste, wären die Verantwortlichen wieder gezwungen, die Aufführungen mehr am Geschmack eines breiten Publikums auszurichten», argumentiert Rutschmann, der bei der Premiere im Theater Basel nicht zugegen war.

Asyl für Biberratte

Für Heinrich Ueberwasser indes ist es übrigens nicht das erste Mal, dass er es wegen eines Tiers in die Schlagzeilen schafft: Im Januar 2009 bot der Grossrat einer Biberratte in seinem Garten Asyl an. Dem Tier drohte am Ufer des Zürcher Obersees der Abschuss, weil es dem zuständigen Wildhüter ein Dorn im Auge war. Ob Ueberwasser nun auch den Schäferhund bei sich aufnehmen und die verängstigten Kinder adoptieren will, ist nicht bekannt.

(SDA)

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