Zum Hauptinhalt springen

Kühe, Trommeln und Dudelsäcke mitten in der Stadt

Mit einer Parade durch die Innenstadt hat das Basel Tattoo am Samstag einen weiteren Höhepunkt erlebt. Rund 2000 Akteure aus aller Welt beteiligten sich am Umzug zum Abschluss der fünften Auflage des erneut ausverkauften Militärmusikfestivals.

Charmeoffensive aus Mexiko: Die farbenfrohe Agulichios Marching Band gehört zu den Höhepunkten des diesjährigen Tattoos – nicht nur wegen der Tänzerinnen.
Charmeoffensive aus Mexiko: Die farbenfrohe Agulichios Marching Band gehört zu den Höhepunkten des diesjährigen Tattoos – nicht nur wegen der Tänzerinnen.
Keystone
Britischer Stolz: The Band of Her Majesty's Royal Marines.
Britischer Stolz: The Band of Her Majesty's Royal Marines.
Keystone
Kurz zuvor ging es für die Formationen am Rathaus vorbei, so auch für His Majesty's the Kings Guard and Platoon Drill Team.
Kurz zuvor ging es für die Formationen am Rathaus vorbei, so auch für His Majesty's the Kings Guard and Platoon Drill Team.
Keystone
1 / 6

Um 13:47 Uhr, dreizehn Minuten vor Beginn der Parade, radelte Tattoo-Macher Erik Julliard die Freie Strasse hinauf – notabene auf dem Militärvelo. Scheinbar galt es am Start bei der Bäumleingasse noch letzte Details zu regeln. Fünf Minuten später fuhr ein grinsender Erik Julliard wieder die Fussgängermeile hinunter, eine blaue Tattoo-Flagge in die Höhe stemmend, angefeuert vom Gejohle der Wartenden. Acht Minuten später begann die Tattoo Parade. Pünktlich, wie es sich für einen militärischen Anlass gehört.

Dudelsackpfeifer in Schottenröcken dominierten die Parade, die ab 14 Uhr durch die Freie Strasse über die Mittlere Brücke auf das Kasernenareal im Kleinbasel führte. Dieses beherbergte seit dem 17. Juli das nach Edinburgh zweitgrösste Tattoo der Welt. Zum kostenlosen Umzug durch die Innenstadt hatten die Organisatoren rund 100'000 Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet. Diese kamen bei gutem Wetter in den Genuss einer abwechslungsreichen Schau mit viel Musik und prächtigen Uniformen. Neben Pipe and Drum- Formationen mit schottischen Hochlandklängen sorgten etwa auch lateinamerikanische Rhythmen und Tänze für Begeisterung.

Alpaufzug mitten in der City

Selbst 14 traditionell geschmückte Kühe zogen mitsamt einem Maultier durch die City. Sie inszenierten mit ihren Sennen den Alpauf- und - abtrieb «Le Ranz de Vaches». Dieser gehörte neben dem Basler Morgenstreich zu den beiden Schweizer Bräuchen, die dem Publikum heuer am Tattoo präsentiert wurden. An der Parade nahmen alle 21 Gruppierungen mit 1300 Mitwirkenden teil, die jeweils auch das abendliche Programm vor der Kaserne bestritten. So absolvierte auch das holländische Fanfarekorps «Koninklijke Landmacht «Bereden Wapens» den Parcours, dies indes zu Fuss und nicht wie in der Show auf dem Velo.

Daneben beteiligten sich zehn Gastformationen am Umzug - so auch das einheimische Top Secret Drum Corps, das international für Furore sorgt. Hoch zu Ross dabei waren das Kavallerie-Schwadron 1972 und - an der Spitze des Umzugs - die Berittene Artilleriemusik Solothurn.

«Brillantes» Tattoo

Nach der Parade folgten die beiden letzten Vorstellungen des Tattoo, die wie die übrigen neun vollständig ausverkauft waren. Mitsamt den beiden öffentlichen Hauptproben haben laut Produzent Erik Julliard rund 100'000 Menschen das Militärfestival unter freiem Himmel gesehen. Im Vorverkauf waren die 85'000 Tickets innert zwei Tagen weg. Die Bilanz des Produzenten fällt entsprechend positiv aus: Das Basel Tattoo 2010 sei schlicht «brillant» gewesen, sagte Julliard am Samstag zur Nachrichtenagentur SDA. Mitgespielt habe auch das Wetter. Geregnet habe es nur bei wenigen Vorstellungen.

Nächstes Jahr findet das Tattoo vom 16. bis 23. Juli statt. Laut Julliard steht das Programm bereits. Noch nicht erfüllen konnte sich der Produzent den Traum, eine Pipe and Drum-Formation aus Oman zu verpflichten, die mit Kamelen aufzutreten pflegt. Hinter dem Basel Tattoo steht eine Organisation mit inzwischen 15 festangestellten Mitarbeitenden. Das Organisationskomitee besteht aus 40 Personen. Während des Festivals, dessen Budget 8,5 Millionen Franken beträgt, stehen 550 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Der Anlass schrieb laut Julliard von Anfang an schwarze Zahlen.

SDA/jg

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch