Klimaaktivisten protestieren weiter

Umweltaktivisten forderten am Bankverein die Freilassung ihrer am Vortag verhafteten Kollegen. Dabei verteilten sie Lebensmittel in Plastikverpackungen.

Ein Grüppchen Demonstranten vor der Credit Suisse am Bankverein.

Ein Grüppchen Demonstranten vor der Credit Suisse am Bankverein.

Alexander Müller@mueller_alex

Am Montag demonstrierten eine Gruppe von Umweltaktivisten gegen die UBS am Aeschenplatz in Basel. Dort blockierten sie während des Vormittags die Eingänge und hinderten die Mitarbeiter daran, zur Arbeit zu gehen. Nachdem die Bank Anzeige gemacht hatte, löste die Polizei am Nachmittag die unbewilligte Demonstration auf. Dabei wurden 19 Aktivisten verhaftet.

Am Dienstag setzte die Gruppe ihren Protest in Basel fort. Am Bankverein versammelten sie sich vor der Credit Suisse und der UBS und forderten die Freilassung ihrer Mitstreiter.

Rund 200 Mitglieder hätten eine Menschenkette gebildet, schreibt die Gruppe auf Twitter. Bei einem Augenschein sah es allerdings nach deutlich weniger Personen aus. Die Polizei hat sich in der Nähe postiert und beobachtet die Aktion, die längere Zeit vor sich hindümpelte. Als der Fotograf der Agentur Keystone eintraf, kam Leben in die Bude. «Jetzt alle schön hinstehen und singen», forderte ein Deutscher seine Kollegen auf. «Nun ist der Pressefotograf da, dessen Bilder um die Welt gehen werden.»

Die Umweltaktivisten verteilten an die Passanten in Plastik abgepackte Heidelbeeren und Orangen. Dazu skandierten sie Parolen wie «Klimaschutz ist kein Verbrechen» oder «Wir sind nicht alle – es fehlen die Gefangenen». Unter die Demonstranten mischten sich auch Politiker wie BastA!-Grossrätin Tonja Zürcher.

Hier verteilen die Demonstranten Plastickverpackungen.

Heidelbeeren mit politischer Botschaft.

Bei den 19 verhafteten Aktivisten handelt es sich gemäss Staatsanwaltschaft um 12 Männer und 7 Frauen im Alter von 19 bis 37 Jahren. Darunter sind nur vier Schweizer. Sieben der verhafteten Aktivisten sind Deutsche, zwei weitere kommen aus Finnland, je einer aus Griechenland und den USA. Vier Personen konnten bislang nicht identifiziert werden. Gegen diese 19 wird wegen des Tatverdachts auf Landfriedensbruch, Hausfriedensbruch, Nötigung, Sachbeschädigung sowie Hinderung einer Amtshandlung ermittelt.

Wie lange die 19 in Gewahrsam bleiben, ist noch unklar: «Eine vorläufige Festnahme ist während maximal 48 Stunden möglich», sagt Peter Gill, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft gegenüber der BaZ. «Liegt ein Haftgrund vor, so müssen wir innerhalb dieser Frist einen Antrag auf Untersuchungshaft an das Zwangsmassnahmengericht stellen». Andernfalls müssen die Personen entlassen werden. Die Strafverfahren werden dann weitergeführt.

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