Klima, Klima und noch einmal Klima

An der diesjährigen Fasnacht beschäftigen sich die Cliquen mehrheitlich mit dem Klimawandel.

Mit «Keep The Beach Kleen» thematisierten die Basler Bebbi 2016 die Verschmutzung der Meere.

Mit «Keep The Beach Kleen» thematisierten die Basler Bebbi 2016 die Verschmutzung der Meere.

Dominik Heitz

Der Vortrab «isch himmeldruurig», das Requisit «isch s letscht vo synere Art», die Pfeifer werden als «e rächti Hüülgschicht», die Tambouren als «Druurspiil» bezeichnet, und der Tambourmajor ist ein apokalyptischer Reiter. Über all das haben die Alte Stainlemer das Sujet «Mir sinn uff em Holzwääg» gesetzt. Kann man sich da etwas Klares darunter vorstellen? Nein.

Pia Inderbitzin, Obfrau des Fasnachts-Comités, gestand denn am Freitag bei der Präsentation des Basler Fasnachtsführers «Rädäbäng» auch ein: «Die Einträge sind eine Kunst für sich; oft lassen sie diverse Interpretationsmöglichkeiten offen.» Auch in diesem Jahr sei es der Vorstellungskraft des Lesers überlassen, welches Sujet sich hinter dem Eintrag verberge. Erst an der Fasnacht selber lassen sich die Verklausulierungen entschlüsseln.

Steinenberg ohne Chaisen

464 Fasnachtseinheiten machen am diesjährigen Cortège mit. Von deren Sujets sind etwas mehr als hundert erkennbar. Und von diesen wiederum lässt sich ableiten: Der Klimawandel ist der absolute Spitzenreiter. Knapp 70 Einheiten nehmen sich auf irgendeine Weise dieses Themas an; ­sei es über Greta Thunberg und die Schulstreiks, Nachhaltigkeit, alternative Energien, Atomstrom, Veganismus, Plastikmüll in den Gewässern oder Artenvielfalt. Wenn man die E-Mobilität dazuzählt, sind es sogar noch mehr. Schon im vergangenen Jahr ­waren Umweltthemen grossgeschrieben, doch nicht in dieser Dominanz.

Weitere Sujets, die mit erwähnenswerter Häufigkeit auftreten, sind: das diesjährige eidgenössische Jodlerfest in Basel, die Digitalisierung, die 5G-Technologie und die Robotik. Ferner ­thematisiert werden die zunehmenden Demos und Streiks, die letzte Telefonkabine auf dem Barfüsserplatz, das eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 in Pratteln, die chinesische Wanzeninvasion, die Genderproblematik, der Brand in der Rheingasse und die brennende Notre-Dame in Paris, die Fête des Vignerons oder etwa der Brexit. Zudem finden sich auf der Sujetliste diverse Jubiläen wie 1000 Jahre Basler Münster, 125 Jahre BVB, 50 Jahre Raketenglace oder 20 Jahre Spongebob.

Der Cortège mit innerer und äusserer Route bleibt in der Linienführung gleich wie im Vorjahr – nur nicht für die Chaisen. Aus Sicherheitsgründen, so führt Comité-Mitglied Bruno Kern als Verantwortlicher der Strassenfasnacht aus, ist der Steinenberg für die mit Pferden gezogenen Gefährte gesperrt. Dieser Sperre hat sich auch eine erstmals ­an der Fasnacht teilnehmende Elektro-Chaise unterzuordnen.

Quasi zur Selbstverständlichkeit gehören am Fasnachtsdienstag die eindrückliche und deshalb stets äusserst rege besuchte Laternenausstellung auf dem Münsterplatz sowie die Wagen- und Requisiten-Schau auf dem Kasernenareal.

Nicht uninteressant ist die Statistik über die beim Fasnachts-Comité angemeldeten Einheiten und deren Aktivmitglieder. Nahmen im Jahr 2016 462 Einheiten teil, waren es drei Jahre später 490; nun ist die Zahl auf 464 zurückgegangen. Dagegen ­hat sich die Zahl der aktiven Comité-Fasnächtler von 11181 im Jahr 2016 auf 11022 im Jahr 2019 verkleinert.

Der «Rädäbäng» ist ab sofort für 8 Franken in den Sutter-Filialen, bei den BVB am Barfüsserplatz, bei Bider & Tanner und beim ­Fasnachts-Comité am Blumenrain erhältlich.

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