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Kleine Spieler, ganz gross

Das Puppenspiel mit den sonoren Stimmen ist wie immer synchron, genial, perfekt – Basler Marionetten-Theater-Qualität eben. Das Ambiente des Källersträichs ist einzigartig.

- minu
Das Puppenspiel ist wie immer genial. (hier ein Bild aus dem Vorjahr)
Das Puppenspiel ist wie immer genial. (hier ein Bild aus dem Vorjahr)
Florian Bärtschiger

Es ist das Kleinod unter den Vorfasnachts-Perlen. Das zarte Spektakel wird an feinen Fäden gezogen: dr Källerstraich im Zehntenkeller. Schon das Ambiente im Marionetten-Theater ist einzigartig. Die elf Vorstellungen waren innert einem Tag ausverkauft. Die Connaisseurs wissen, was sie erwartet: Sie werden von den Marionetten-Fäden in die Fasnachtswolken hinaufgetragen.

Natürlich stossen wir neben den Puppen wieder auf die bewährten «grandes Etoiles» – auf Olga und Albin, die vom Balkon winken … den Blaggedde-Verkoifer mit den beiden «Daig-Amsle» und auch auf die eigentlichen Herzkäfer der Veranstaltung: Sämi, Werner und Heinz, die die Pointen für ihren Bangg suchen.

Perfekte Präsentation

Das Puppenspiel mit den sonoren Stimmen ist wie immer synchron, genial, perfekt – Basler Marionetten-Theater-Qualität eben. Uns Laien verblüffen die armgrossen Bühnenstars (dieses Jahr auch Greta) mit ihrer starken Präsenz und der frappanten Wirkung jedes Mal neu. Die witzigen Texte und eine geschickte Regie von Christoph Haering und Markus Blättler runden das Spektakel perfekt ab.

Dann sind da die musikalischen Highlights mit den «Ego-Säu». Die sechs Pfeifer-Primadonnen bieten im Wellenrauschen eine Uraufführung: den «Heirassa» von Cornelius Buser. Stark! Grossartig auch das Schlag-Duett des Puppen-Tambours mit dem wuchtigen, virtuosen Menschen-Trommler: Die beiden liefern sich mit Alex Haefelis «Duell» einen Feuerwirbelkampf erster Güte.

Unser Herz gehört den Puppen und Marionetten – wunderbar, wenn sie als Herbert Grönemeyer plötzlich auf der Bühne singen: «Gib mir ein Mimösli her». Oder als leicht angedüüdelter Bebbi an den Fäden aufs Tram warten und nur eines wollen: «HEIM!» – Das gibt dann den Drämmli-Blues (pardon: fasnachtspolitisch korrekt: den «Greens» statt Blues). Die groove Stimme ist hitverdächtig.

Und dann: e Hampfle Bängg! D Dreydaagsfliege legen die Latte hoch – perfekt! Auch dr Schyynhailig und d Lumpensammler aus Zwingen sind mit ihren trockenen, lapidaren Värs grossartig. D Giftspritzi funkelt giftgrün mit einem super Deo-Värs, die Unerheerte holen sich im Refrain die Hilfe beim Herrgott – und dann kommen sie: d Antikeerper. Wie immer haben die drei Bänggler den roten Faden durch den Abend gesponnen – und schliessen die 150 Gutzi-Minuten mit ihrem Super-Bank. Ovationen für Regie, Pro-tagonisten – vor allem aber für die Puppenspieler.

Wer 2021 dabei sein will, muss sich den 12. September merken: Dann werden die rund 1100 Tickets für Basels kleinste, aber grösste Vorfasnachtsveranstaltung wieder für ein paar Stunden in den Verkauf kommen.

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