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Klassische italienische Küche trifft auf Moderne

Bis vor kurzen wirkten noch fünf Herren an der Güterstrasse 183, die 5-Signori. Nun führt der ehemalige Koch, Daniele Rovetto, hier das Restaurant Valentino.

Wer die drei Stufen zum Ristorante Valentino an der Güterstrasse 138 erklimmt und die Tür öffnet, wähnt sich in ­Tausendundeiner Nacht: Orientalisch verkleidete Säulen, warmes Kerzenlicht, Pflanzen schaffen eine verspielte Atmosphäre. Es ist ein Schulterschluss von heimeligem, nostalgischem Touch mit Moderne – wie in der Küche auch.

Bis vor kurzem wirkten noch fünf Herren, die 5-Signori, in diesem Lokal, dann überschlugen sie sich mit den Hausbesitzern und kündeten die Räume. Geblieben ist Koch Daniele Rovetto, er führt jetzt das Lokal und hat in der Küche das ­Zepter übernommen. Der heutige Wirt und seine Familie scheinen sich rundum wohlzufühlen in dieser Ambiance – und dieses Wohlgefühl geben sie an ihre Gäste weiter.

Rovettos unbändige Dosis an Kreativität

Wir werden liebevoll empfangen; Servicefachfrau Melanie versteht ihr Handwerk, man fühlt sich bei ihr in besten Händen. In der Küche entfaltet Rovetto mit Koch Andreas an seiner Seite sein ganzes ­Können und eine unbändige Dosis an Kreativität. Bewusst ist die Auswahl klein gehalten. Es gibt frische, saisonale ­Gerichte mit Zutaten meist aus der Region. «Wir kochen nach alten italienischen Rezepten, aber neu interpretiert», sagt Rovetto. Täglich gibt es einige Fleischgerichte, eine ­Fisch- oder Meeresfrüchte-Variante und vegetarische Köstlich­keiten. Auch den hausgemachten Teigwaren wurde ein hoher Stellenwert eingeräumt, und das Brot ist ebenfalls selbst gebacken.

Daniele ist eine Seele von einem Italiener. Seine Gerichte sind ein Gedicht. Der Polipo arrastito, gebratener Oktopus, liegt himmlisch zart auf einem Zitronen-Thymian-Spiegel und ist mit einer Parmesancreme versehen (21 Fr.). Ebenfalls munden die gefüllten Gorgonzola-Gnocchi mit glasiertem Kürbis und Honigwalnüssen (35 Fr.). Den Wein lassen wir uns von Carmelo empfehlen. Er weiss alles über dieses Metier. Wir entscheiden uns für den Cerasuolo di Vittoria Sizilien (1dl à 7.50 Fr.), er schmeckt vom ersten bis zum letzten Schluck.

Die Gabel geht fremd

Wir freuen uns auf die Hauptspeisen, die ersten ­Gerichte der Herbstkarte. Die Wildschweinracks sind zart. Versehen mit Spätzli, Rotkraut, Birne, Marroni und Preisel­beeren ist es der Klassiker der Herbstmenüs (41Fr.). Ich bleibe noch einen Moment in südlichen Gefilden und nehme den Kabeljau auf Belugalinsen an einer ­Weissweinvelouté (42 Fr.). Ein feines Essen, doch das Wild hat etwas mehr Rasse. So geht die Gabel ab und zu fremd, und mein Gaumen ist mit der Kombination hoch zufrieden.

Satt verzichten wir auf das Dessert, doch einen goldenen Grappa lassen wir uns nicht entgehen. Der Peroni Maddalena Grappa Amarone Barricato ist zwar mit 22 Franken nicht der günstigste. Doch jeder Rappen lohnt sich – ein Hauch von Vanille und Caramel zieht durch unsere Nase, weich und doch angenehm herb rinnt er die Kehle hinunter und schickt uns hoch erfreut auf den ­Heimweg durchs Gundeli.

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