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Kirchenrat will keine langfristigen Mieter

Das Kinderhaus Gellert hätte gerne Räume der katholischen Don-Bosco-Gemeinde in der Breite gemietet. Der Kirchenrat lehnte ab. Zusätzliche Einnahmequellen könnte die Pfarrei Don Bosco gut gebrauchen. Deshalb war der Pfarreirat begeistert von der Idee, dem Kinderhaus Gellert Räume im Pfarreiheim zu vermieten.

Nach der Besichtigung zweier meist leer stehender Räume bekundeten die Verantwortlichen des Kinderhauses im Mai Interesse. «Bei einer allfälligen Schliessung der Kirche wäre das Kinderhaus bereit, das gesamte Pfarreiheim zu mieten und sein Angebot noch weiter auszubauen», sagt Markus Aebischer, Vorstandsmitglied des Pfarreirates. Er führte die Verhandlungen.

«Nicht nur finanziell wäre das Kinderhaus als Mieter eine Bereicherung.» Es würde Leben in und um die Kirche geben. «Zudem hätte mit der geplanten Jugendkirche eine gute Symbiose entstehen können.»

Hätte. Denn das Gebäude gehört der Römisch-Katholischen Kirche (RKK) Basel-Stadt. Deren Kirchenrat befand, dass zum jetzigen Zeitpunkt kein längerfristiger Mietvertrag abgeschlossen werden könne. Einzig ein bis 2011 befristeter Vertrag wäre möglich gewesen – für das Kinderhaus Gellert war aber eine längerfristige Zusage zwingend.

vision 2015. Pfarreirat Markus Aebischer zeigt sich enttäuscht über den Entscheid. Das Argument, man wisse nicht, was mit der Kirche in Zukunft geschehe, könne er nicht gelten lassen. «Die Kirche steht unter Denkmalschutz und kann nicht abgerissen werden.» Man werde also auch in Zukunft Mieter brauchen.

Kirchenratspräsident Heinz-Peter Mooren sieht dies ein, beharrt aber darauf, dass eine langfristige Vermietung derzeit nicht möglich sei. «Das kann in einem halben Jahr wieder anders sein.» Die RKK müsse Prioritäten setzen und dazu zähle die Ausmietung momentan nicht. «Erst kümmern wir uns um die Umsetzung der Pastoralräume.» Die Realisierung des Raumkonzepts folge später.

Die Umstrukturierung der bestehenden Pfarreien in sogenannte Pastoralräume (thematische Schwerpunkte) ist Teil der Vision 2015 genannten Zukunftsstrategie der RKK. In der Pfarrei Don Bosco wird zum Beispiel das von Aebischer genann-­te Projekt Jugendkirche einen Schwerpunkt bilden.

brücke. Ebenfalls Teil der Vision 2015 ist das Raumkonzept. Es sieht vor, dass Räumlichkeiten der Pfarrei vermehrt fremdvermietet werden. So soll unter anderem Geld in die Kasse kommen. «Das Kinderhaus wäre eine Institution, die sich bestens als Mieter eignen würde», sagt Markus Aebischer. «Mit der Vermietung könnte relativ einfach eine Brücke zwischen den Familien und der Kirche geschlagen werden, ganz im Sinne der Jugendpastoral.»

Es sei schade, dass der Kirchenrat «vor lauter Umstruk­turierungen, Fusionsvorhaben und Pastoralraumkonzepten den Blick fürs Wesentliche verliert und sich so einen Mieter mit Zukunftspotenzial entgehen lässt», sagt Aebischer. Denn auch wenn für September nochmals Gespräche zwischen Pfarrei und Kirchenrat geplant seien, scheint der Zug vorerst abgefahren.

Wie Aebischer in Erfahrung bringen konnte, hat das Kinderhaus Gellert sich inzwischen andere Räumlichkeiten angeschaut. Aebischer versteht das: «Die können nicht auf uns warten.»

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