Kantone springen in die Bresche

Höhere Beiträgeder beiden Basel an das Kinderspital zum Ausgleich der reduzierten Tarmed-Tarife.

Die Regierungen fordern «mit Nachdruck weiterhin kostendeckende Tarife für die Kindermedizin».

Die Regierungen fordern «mit Nachdruck weiterhin kostendeckende Tarife für die Kindermedizin».

(Bild: Nicole Pont)

Das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) soll von den beiden Trägerkantonen insgesamt zwei Millionen Franken mehr bekommen, wie die Regierungen den Parlamenten am Dienstag beantragten. Durch die erhöhten Beiträge soll insbesondere die durch den Eingriff des Bundesrats in die Tarmed-Tarifstruktur entstehende Unterdeckung bei spitalambulanten Leistungen teilweise abgefedert werden, schreiben die Regierungen der beiden Basel in einer gemeinsamen Mitteilung.

Fliessen soll das Geld in Form von höheren Abgeltungen für gemeinwirtschaftliche Leistungen (GWL), wie aus der Mitteilung weiter her­vorgeht. Basel-Stadt soll seinen Beitrag um 0,7 Millionen Franken erhöhen, Baselland seinen um 1,3 Millionen. Die ungleiche Erhöhung der Beträge in Baselland und Basel-Stadt für die partnerschaftlich finanzierten GWL ergäben sich aus einer neuen Berechnungsweise: Statt der Zahl der Besuche seien neu die effektiven Kosten nach Patienten pro Kanton die Basis.

14,2 Millionen Franken jährlich

Die Aufstockung soll mit der neuen Rahmenausgabenbewilligung für die Jahre 2019 bis 2021 erfolgen. Pro Kanton summieren sich in dieser Zeitspanne die GWL-Beiträge zu je 21,4 Millionen Franken, was einer Abgeltung pro Jahr von gut 7,1 Millionen entspricht. Inhaltlich soll alles gleich wie bisher bleiben. Die GWL-Beiträge gelten insbesondere der finanziellen Unterdeckung im spitalambulanten Bereich. Darüber hinaus der Weiterbildung zum eidgenössischen Facharzt, der Beschulung der Kinder bei einem Spitalaufenthalt sowie dem Spitalsozialdienst.

Als Auslöser für die Aufstockung der kantonalen GWL-Abgeltungen nennen die Regierungen beider Basel einen Eingriff in die Tarmed-Struktur per Jahresbeginn 2018, der dem UKBB 4,3 Millionen Franken zusätzliche Ertragsausfälle im spitalambu­lanten Bereich beschere. Dieser Schritt des Bundesrats sei «als problematisch zu beurteilen», monieren sie.

Die Anpassung des Zahlungsrahmens führe zu einer Abfederung der Ertragsausfälle durch die Tarmed-Revision, doch stehe das UKBB weiterhin unter grossem finanziellen Druck. Die Regierungen fordern «mit Nachdruck weiterhin kostendeckende Tarife für die Kindermedizin». Erwachsenentarife decken gemäss früheren Angaben wegen des höheren Aufwands bei Kindern die Kosten nicht. Die Parlamente sollten daher auch die einschlägigen Standesinitiativen anneh­men.

amu/sda

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