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Kampf unter den Stromanbietern findet nicht statt

Die Stromanbieter in der Region werden sich in Folge der Strommarktöffnung ihre Grosskunden gegenseitig nicht abwerben. Sie müssten dafür den Strom sehr teuer einkaufen und weit unter dem Marktpreis verkaufen.

Am 1. Januar 2009 öffnet sich der Strommarkt für Grosskunden, das heisst für Unternehmen ab einem Verbrauch von 100'000 Kilowattstunden pro Jahr. (Zum Vergleich: ein Durchschnittshaushalt verbraucht 3'500 Kilowattstunden pro Jahr.) Die Grosskunden können dann ihren Stromanbieter selbst auswählen. Doch der Markt wird nicht oder nur kaum spielen. Denn die Strompreis-Anbieter haben nur eine gewisse Energiemenge zur Verfügung, die sie weiterverkaufen können. Der Verkauf dieser Energie an Grosskunden lohnt sich nur zu Marktpreisen. Thomas Wälchli, Geschäftsführer der Elektra Birseck Münchenstein (EBM) Energie AG: "Wir haben verschiedene Anfragen von Grosskunden aus der ganzen Schweiz auf dem Tisch. Wir werden diese Anfragen natürlich beantworten. Es ist aber so, dass wir keine Offerten unter dem Marktpreis anbieten können. Und die Grosskunden möchten natürlich vor allem noch billigeren Strom. Ich denke, dass nur wenige Kunden von der Marktöffnung Gebrauch machen werden."

Konkurrenz Axpo Gruppe

Dass nach der Strommarktliberalisierung zum Beispiel die Axpo Gruppe aus der Zentral- und Ostschweiz der EBM Grosskunden wegschnappt, befürchtet Thomas Wälchli nicht: "Wenn die Axpo uns Kunden abwirbt, können wir das nicht ändern. Wir werden nächstes Jahr den Strom für unsere Grosskunden 50 Prozent unter dem Marktpreis anbieten können, da wir dafür langfristige Beschaffungsverträge haben. Die Axpo müsste also den Strom noch billiger anbieten. Die Axpo muss selber wissen, ob sie ihren Strom nicht lieber im eigenen Versorgungsgebiet zu Marktpreisen verkaufen will." Die langfristigen Beschaffungsverträge mit den Kraftwerken sichern den Stromanbietern eine gewisse Energiemenge zu. Wird diese überschritten, muss der Stromanbieter mehr Strom teuer im Markt einkaufen.

Lieber bestehende Kunden gut betreuen

Die Elektra Baselland (EBL) sieht ihre Strategie darin, die jetzigen Kunden weiterhin gut zu bedienen. Adrian Mächler, Geschäftsleitungsmitglied der EBL: "Wir können unseren Grosskunden Strom zu günstigen Preisen anbieten. Wir sind konkurrenzfähig. Wenn wir neue Grosskunden akquirieren, müssen wir mehr Strom einkaufen als bis jetzt und das wird für uns teurer."

Zusammenarbeit zwischen IWB, EBM und EBL

David Thiel, Direktor der Industriellen Werke Basel (IWB), betont, dass die Zusammenarbeit zwischen den drei Stromanbietern in der Region traditionell sehr gut sei, zum Beispiel in den Bereichen Technik und Energie-Effizienz. Käme es ab 1. Januar 2009 zu mehr Konkurrenz, belebe dies das Geschäft:

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Auch die ausländische Konkurrenz fürchtet David Thiel nicht. Denn die Preise im nahen Ausland seien immer noch höher als in der Schweiz:

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Der Basler Chemieriese Novartis hat vorerst keine Pläne den Stromanbieter zu wechseln. Novartis-Sprecher Satoshi Sugimoto: "Wir verfolgen die Marktentwicklung aufmerksam. Zurzeit gibt es diesbezüglich aber keine konkreten Pläne."

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