Im ehemaligen Behring-Haus entstehen acht neue Wohnungen

Das historische Gebäude und der Neubau von 2003 an der Petersgasse sollen nach langem Leerstand neu genutzt werden.

Auch das denkmalgeschützte Vorderhaus wird aufgewertet. Foto: R. Schmid

Auch das denkmalgeschützte Vorderhaus wird aufgewertet. Foto: R. Schmid

«Umbau Vorder- und Hinterhaus» sowie «Umnutzung von Büroräumen in Wohnungen» heisst das Baubegehren für die Petersgasse 34. Es handelt sich um ein historisches Gebäude aus dem Jahr 1587, das unter Denkmalschutz steht, und ein Hofgebäude mit Baujahr 2003.

Dieses Hinterhaus liess der damalige Eigentümer Dieter Behring erstellen und bewohnte es anschliessend mit seiner Frau, bis er 2004 verhaftet wurde. Im September 2016 wurde der ­Finanzjongleur zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis wegen gewerbsmässigen Betrugs verurteilt. Er wehrte sich aber gegen das Urteil, bis er im Dezember 2018 vor Bundesgericht unterlag, und verstarb während eines Spitalaufenthalts im März 2019. Bald danach kaufte das in Reinach wohnhafte indische Unternehmerpaar Nita und Samir Shah das Haus an der Petersgasse. Nun tritt es als Bauherrschaft auf. Das Baugesuch liegt bis zum 23. August beim Bau- und Gastgewerbeinspektorat auf.

Ausserordentlich gross

Seit der Beschlagnahme durch die Bundesanwaltschaft stand das Haus über zehn Jahre leer, heisst es im Projektbeschrieb der Architekten Burckhardt und Partner. Dennoch ist ein Briefkasten immer noch mit D. + R. Behring ­angeschrieben.

Die beiden Gebäude sollen zu acht Wohnungen umgebaut ­werden, von denen die meisten ausserordentlich gross werden. Nur gerade im Erdgeschoss des Altbaus und des Hinterhauses entstehen drei Zweizimmerwohnungen mit 38, 50 und 60 Quadratmetern. Im ersten Obergeschoss des Altbaus ist eine Dreieinhalbzimmerwohnung mit 135 Quadratmetern geplant, im zweiten Geschoss eine mit viereinhalb Zimmern und 138 Quadratmetern. Im dritten Stock und im Dachgeschoss wird eine Wohnung mit gleich vielen Zimmern 199 Quadratmeter ­umfassen.

Im Hinterhaus entstehen zudem zwei grosse Einheiten: eine Wohnung mit sechseinhalb Zimmern und 225 Quadratmetern im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss sowie eine mit siebeneinhalb Zimmern und Büro im zweiten und dritten Obergeschoss mit fast 400 Quadratmetern, die für die Besitzer vorgesehen ist. Die anderen Wohnungen beider Häuser werden vermietet, heisst es.

Umbau kostet 2,65 Millionen

Das Vorderhaus steht unter Denkmalschutz und ist in gutem Zustand, nur die Fassaden werden neu gestrichen. Die Umbauarbeiten betreffen vor allem Küchen und Bäder. Ziel sei auch, zusammen mit der Denkmalpflege historische Bauteile ins Licht zu bringen und neue Materialien einzusetzen, die mit der Zeit eine Patina erhalten, schreiben die Architekten.

Beim Hinterhaus sollen die Fassaden ersetzt werden, um die Wohnnutzung zu stärken und das Gebäude mit dem historischen Schönkindhof in Dialog zu bringen. Die Schwimmhalle im dritten Untergeschoss wird in Fitnessbereiche umgenutzt, die beiden grössten Wohnungen erhalten je einen separaten Raum. Das Dach eines Verbindungsgangs zwischen beiden Häusern soll als Terrasse für die Wohnung im dritten Obergeschoss genutzt werden und eine Pergola als Sichtschutz erhalten. Weiterhin genutzt wird die ­Autoeinstellhalle im ersten Untergeschoss mit 6 Plätzen, die Zufahrt ist nur über den Auto-Hubtisch möglich, der zurzeit ausser Betrieb ist. Die Kosten für den Umbau werden mit 2,65 Millionen Franken ­beziffert.

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