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«Iischtiige, in dr BVB Blatz näh!»

Der motorisierte Individualverkehr wird aus der Stadt verbannt. Die Strassen werden nur noch von Blaulichtorganisationen, Handwerkern und Taxis benötigt. Und natürlich von den BVB-Drämmlis und -Bussen.

Wenn keine Autos und Velos mehr verkehren würden, hätte die BVB keine Verspätung mehr. Foto: Lucia Hunziker
Wenn keine Autos und Velos mehr verkehren würden, hätte die BVB keine Verspätung mehr. Foto: Lucia Hunziker

Ich habe einen ausgedehnten Mäss-Bummel hinter mir. Ich liess mein Gehirn auf allen möglichen Bahnen durchschleudern. Nur Geisterbahnen habe ich gemieden. Ich habe genug Geisterbahn, wenn ich Bus fahre. Zudem wird heute Halloween gefeiert. Huch, auch davon habe ich täglich genug …

Zu einem Mäss-Bummel gehört auch eine gepflegte Überzuckerung. Das alles kann einen schon auf – sagen wir mal – interessante Ideen bringen. Ich kam beispielsweise auf die Idee, wie in Basel die so heiss diskutierten Verkehrsprobleme zu lösen wären. Und andere Sorgen gleich dazu.

E-Velos sind viel zu schnell, viel zu gefährlich und viel zu unsportlich.

Zuerst machen wir Basel autofrei. Wir brauchen nämlich Platz. Wozu? Das erkläre ich gleich. Mit autofrei meine ich: Der motorisierte Individualverkehr wird aus der Stadt verbannt. Also auch E- Autos. Ebenso E-Velos. Die sind viel zu schnell, viel zu gefährlich und viel zu unsportlich.

Die Menschen müssen sich ja mehr bewegen. Dann leben sie gesünder. Und sparen Gesundheitskosten. Ja, wir lösen heute auch das Problem der exorbitanten Krankenkassenprämien. Man muss nur modern, vernetzt und verlinkt denken!

Die Velofahrer erhalten Radwege, die mit Leitplanken von den Strassen abgetrennt werden. Auch die Fussgänger bekommen abgesicherte Wege. Richtige Flaniermeilen.

So. Jetzt haben wir Platz auf den Strassen. Diese werden ja nur noch von Blaulichtorganisationen, Zulieferern, Handwerkern und Taxis benötigt. Und natürlich von den BVB-Drämmlis und -Bussen. Das ist der alles entscheidende Punkt!

Wir streichen jede zweite Haltestelle. Schliesslich sollen sich auch die ÖV- Benutzer mehr bewegen, wegen der Krankenkassenprämien.

Weil wir also keine Staus und keine gefährlichen Situationen mit Velofahrern und Fussgängern mehr haben, können wir BVBler viel schneller fahren. Die Schleichfahrten, die von unseren Kunden so oft beanstandet werden, sind passé. Jetzt heisst es: «Iischtiige, Blatz näh, das git e tolli Fahrt!»

Man könnte natürlich die Kurven noch achterbahnmässig zu Steilwandkurven ausbauen – aber wir wollen nicht übertreiben und bleiben auf dem fliegenden Teppich. Allerdings streichen wir jede zweite Haltestelle. Dann kommen wir nämlich noch flotter voran. Und schliesslich sollen sich auch die ÖV- Benutzer mehr bewegen, wegen der Krankenkassenprämien, siehe oben.

Jetzt macht der ÖV genauso viel Spass wie eine Fahrt auf einer dieser verrückten Mäss-Bahnen. Ruckzuck ist man morgens bei der Arbeit und freut sich schon auf die abendliche Heimfahrt. E diggi Sach, nicht?

Und der Clou: Wir lösen auch gleich das Personalproblem der BVB: Da wir Fahrerinnen und Fahrer jetzt Vollgas geben können, schaffen wir pro Schicht doppelt so viele Runden wie heute. Voilà. Alle Probleme gelöst. Unser Verkehrsminister wird sich fragen, warum er da nicht längst selber draufgekommen ist. Sogar die Verstaatlichung der BVB wäre vermutlich vom Tisch, weil die BVB ein florierendes Fahrgeschäft mit glücklichem Personal wären. Und ich würde kein Staatsangestellter werden. Stellen Sie sich das mal vor: Ich, ein Staatsdiener, mit dieser Frisur!

So, jetzt drehe ich noch eine Runde auf der Achterbahn und esse die zweite Packung Magenbrot. Dann geht es auf den 36er. Ich sage nur: «Iischtige, Blatz näh!»

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