Hundehalter können hoffen

In Basel werden derzeit Lockerungen des Hundeverbots diskutiert. Die Hunde-Badezonen beim Tinguely-Museum und beim St.-Alban-Rheinweg hat sich jedenfalls bewährt.

Hunde verboten: Die Hundehalter in Basel haben sich wohl längst daran gewöhnt. Nun besteht aber neue Hoffnung.

Hunde verboten: Die Hundehalter in Basel haben sich wohl längst daran gewöhnt. Nun besteht aber neue Hoffnung.

(Bild: Keystone)

Hundehalter haben es in Basel nicht einfach. Fast überall treffen sie auf hundefreie Zonen, und zwar nicht nur in öffentlichen Einrichtungen: Neben Parks und Spielplätzen sind für Hunde Kirchen, Spitäler und viele öffentliche Gebäude tabu – insgesamt über 50 Örtlichkeiten. An 40 weiteren herrscht Leinenpflicht. Wer sich nicht an das Reglement hält und zum Beispiel seinen Hund ans Birsköpfli mitnimmt, wird mit 100 Franken gebüsst. Auch wer die Leinenpflicht nicht berücksichtigt, wird zur Kasse gebeten.

Diese Bussenregelung findet Michel Laszlo sinnvoll. Der basel-städtische Kantonstierarzt setzt sich für eine Liberalisierung des Hundereglements ein, arbeitet an Lockerungen von Verbotszonen. «Von mir aus gesehen, sind nicht alle Verbote sinnvoll. Man müsste die Hundehalter vermehrt in die Pflicht nehmen», sagt er. Derzeit sind im Kanton rund 4572 Hunde registriert, die Zahl ist leicht rückläufig. Trotzdem möchte das Veterinäramt weitere Räume für Hunde schaffen, wo sie sich im Stadtgebiet artgerecht bewegen können.

Einige kleine Erfolge

Das sei aber schwierig. «Wir müssen immer die Interessen anderer Ämter und Gremien sowie von Anwohnern berücksichtigen», sagt Laszlo. Wenn das Veterinäramt eine Verbotszone aufheben und für Hunde zugänglich machen möchte, dann immer in Absprache mit der Stadtgärtnerei und der Kantonspolizei. Denn gerade die Stadtgärtnerei sorgt sich um den Baumbestand und die Pflanzen in den Parkanlagen, weshalb der Grossteil der Basler Grünflächen zur hundefreien Zone erklärt wurde.

Einige kleine Erfolge kann das Veterinäramt bereits verbuchen: Aktuell wird eine Hundeverbotszone an der General-Guisan-Promenade bei der Schützenmatte in Kürze aufgehoben. «Eine Hundehalterin beklagte sich, diese Verbotszone macht überhaupt keinen Sinn», sagt Laszlo. Also habe man entsprechende Abklärungen getroffen. Nun ist der kleine Abschnitt bald auch für Hunde passierbar.

Einige lassen den Kot liegen

Mit dieser Anpassung kann Emanuel Trueb, Leiter der Basler Stadtgärtnerei, gut leben. Sonst ist er aber vorsichtig, wenn es darum geht, Hundeverbotszonen aufzuheben. Vor allem in Parkanlagen. «Da hat es viele Leute, auch Kinder und ältere Leute, die teilweise Angst vor Hunden haben», sagt er. Ausserdem würden sich viele Leute über die Disziplinlosigkeit von Haltern aufregen. «Es gibt noch immer solche, die den Hundekot liegen lassen», sagt Trueb. Die Situation habe sich zwar verbessert: «Vor 20 Jahren sahen die Trottoirs wie Minenfelder aus.» Aber Trueb sieht nach wie vor Verbesserungspotenzial. «Eine Überlegung wert» sei es, wie im Horburgpark eine Zone des Parks einzuzäunen und für Hunde zugänglich zu machen. Auch die Hunde-Badezonen beim Tinguely-Museum und beim St.-Alban-Rheinweg findet er gut.

Die Realisierung dieses Projekts sei aber laut dem Kantonstierarzt Michel Laszlo schwierig gewesen. «Bei der Hundebadezone haben wir nur etwa 30 Meter des gesamten Rheinufers auf Stadtgebiet beansprucht. Trotzdem stiess unsere Idee nicht überall auf Wohlwollen.» Dass sich das Veterinäramt am Ende durchsetzen und die Zone im vergangenen Sommer einweihen konnte, habe sich ausbezahlt. «Wir haben durchs Band weg positive Rückmeldungen und keinen negativen Zwischenfall», sagt Laszlo.

Basler Zeitung

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