Hotels erhöhen Preise während Art Basel kräftig

Während der Basler Kunstmesse steigen die Hotelpreise mitunter auf das Doppelte. Die Aussteller sind verärgert.

Während der Art Basel sind Hotelpreise in der Region zum Teil ­doppelt so hoch wie sonst üblich.

Während der Art Basel sind Hotelpreise in der Region zum Teil ­doppelt so hoch wie sonst üblich.

(Bild: Valérie Chételat)

Im Jahr 2015 hatten ausländische Gäste und die Messe Schweiz genug. Die Forderung an die Basler Hoteliers war unmissverständlich: Runter mit den Preisen. Dass teilweise das achtfache für ein Hotelzimmer verlangt und dazu einer Mindestdauer von drei oder vier Nächten verlangt worden war, geriet in Kritik. Der Basler Hotelier Verein reagierte darauf und riet, während der Baselworld und der Art Basel, die Preise von Jahr zu Jahr maximal um den prognostizierten BIP plus Inflation zu erheben, das würde eine Erhöhung im einstelligen Prozentbereich bedeuten. Von weiteren Restriktionen wie «minimum length of stay» (Mindestaufenthaltsdauer) hätten die Hoteliers abgebracht werden sollen.

Wie eine Recherche der BaZ zeigt, ist diese Empfehlung nur zaghaft umgesetzt. Die Erhöhungen für die Zeit vom 13. bis 16. Juni 2019 fächern sich aktuell von einem Aufschlag um die 30 Prozent bis hin zu einer Verdoppelung oder gar noch mehr. Auch Hotels, die als preiswert gelten, schlagen auf. Bei einigen Anbietern rät das Hotelsuchportal, eine Woche vorher nach Basel zu kommen und dadurch mehrere hundert Franken zu sparen.

Auflagen an die Besucher

Vor allem die Auflage an die Besucher, mehr als eine Nacht zu buchen, sorgt nach wie vor für Verärgerung unter Gästen und Aussteller. «Die Übernachtungskosten und Minimum-length-of-stay-Restriktionen in Basel sind weiterhin Ursache häufiger und starker Kritik der Austeller und Sammler der Art Basel», sagt Christian Jeker von der Messe Schweiz.

Auch Christoph Bosshardt, Vize-Direktor Basel Tourismus, sagt: «Gerade für VIPs, die nur an die Art-Preview wollen, ist das eine schlechte Lösung, wenn sie nur eine oder zwei Nächte bleiben wollen.»

Hotel-Partnerprogramm

Beim Hotelierverband hingegen wird beschwichtigt. Grundsätzlich sei es in der Hotelbranche überall so, dass sich die Preise aufgrund der Nachfrage verändern würden, sagt Felix W. Hauser, Präsident des Basler Hotelier-Vereins. «Die Preise sind in Basel tendenziell eher tiefer als beispielsweise in deutschen Messestädten, wenn die Nachfrage hoch ist.»

Der Hotelier-Verein kann seinen Mitgliedern keine Preisvorgaben machen. Im Rahmen der Baselworld gab es jedoch ein Hotel-Partnerprogramm, an dem sich 70 Prozent der Hotels beteiligten. In dieser Übereinkunft sind Preisspannen und der Verzicht auf Package-Rates festgehalten. «Der Kapazitätsausbau in der regionalen Hotellerie und im Privatunterkunftsbereich hat dazu geführt, dass Zusatzleistungen und Mindestaufenthaltsdauer immer weniger durchsetzbar sind», sagt Hauser.

Preise liegen im Rahmen

Die BAUMA, die grösste Messe in München, zieht alle drei Jahre 3700 Aussteller und 620000 Besucher an. Die Hotelzimmer in München sind in dieser Zeit nahezu ausgebaucht und die Preise steigen in dieser Zeit um bis zu 150 Prozent, wie Karoline Graf von München Tourismus sagt.

Basel Tourismus erachtet den Kostenanstieg als nicht so dramatisch. «Die Hotelzimmerpreise bewegen sich im Rahmen der vergangenen Jahre», sagt Christoph Bosshardt. «Am Anfang der Art Basel sind sie sehr hoch, kommen dann aber gegen das Wochenende wieder etwas herunter.» Das habe einerseits mit der Hotelkapazitäten zu tun, die in und um Basel ausgebaut wurde, andererseits seien die Hoteliers sensiblisiert, es mit der Preisgestaltung nicht zu sehr zu überdehnen, so Bosshardt.

In der Vergangenheit haben Gäste berichtet, dass nicht nur die Preise in Hotels in die Höhe schnellten, sondern auch in einigen Restaurants. Das sei aber nicht usus, sagt Maurus Ebneter vom Wirteverband Basel-Stadt. «Die Preise zu erhöhen würde bedeuten, dass die Standartgäste ausbleiben. Das ist ein hohes Risiko für den Wirt.»

Zaghafte Umsetzung

Im Jahr 2015 hatten ausländische Gäste und die Messe Schweiz ­genug. Die Forderung an die ­Basler Hoteliers war unmissverständlich: runter mit den Preisen. Dass teilweise das Achtfache für ein Hotelzimmer und dazu eine Mindestdauer von drei oder vier Nächten verlangt worden war, geriet in Kritik. Der Basler Hotelier-Verein ­reagierte darauf und riet seinen Mitgliedern, während der Baselworld und der Art Basel die Preise von Jahr zu Jahr maximal um den prognostizierten BIP plus Inflation zu erhöhen. Von weiteren Restriktionen wie «Minimum Length of Stay» (Mindestaufenthalts­dauer) hätten die Hoteliers abgebracht werden sollen.

Wie eine Recherche der BaZ zeigt, ist diese Empfehlung nur zaghaft umgesetzt worden. Die Erhöhungen für die Zeit vom 13. bis 16. Juni 2019 fächern sich zwischen 20 bis 30 Prozent über den Hotelpreisen drei Wochen vor der Art Basel bis hin zu einer Verdoppelung oder gar noch mehr. Auch Hotels, die als preiswert gelten, schlagen auf. So kostet ein Hotelzimmer, für das normalerweise 220 Franken bezahlt werden muss, während der Art Basel fast 500 Franken. Bei einigen Anbietern raten die Buchungsplattformen, eine Woche vorher nach Basel zu kommen und so mehrere Hundert Franken zu sparen.

In anderen Städten gleich

Vor allem der Zwang, mehr als eine Nacht zu buchen, sorgt nach wie vor für Verärgerung unter Gästen und Ausstellern. «Die Übernachtungskosten und Minimum-Length-of-Stay-Restriktionen in Basel sind weiterhin Ursache häufiger und starker Kritik der Aussteller und Sammler der Art Basel», sagt Christian Jeker von der Messe Schweiz.

Auch Christoph Bosshardt, ­Vizedirektor Basel Tourismus, sagt: «Gerade für VIPs, die nur an die Art-Preview wollen, ist das eine schlechte Lösung, wenn sie nur eine oder zwei Nächte bleiben wollen.»

Preise richten sich nach der Nachfrage

Beim Hotelierverband hingegen wird beschwichtigt. Grundsätzlich sei es in der Hotelbranche überall so, dass sich die Preise aufgrund der Nachfrage verändern würden, sagt Felix W. Hauser, Präsident des Basler ­Hotelier-Vereins. «Die Preise sind in Basel tendenziell aber eher tiefer als beispielsweise in Genf oder in deutschen Messestädten, wenn die Nachfrage hoch ist.»

Die Bauma, die grösste Messe in München, zieht alle drei Jahre rund 3700 Aussteller und 620000 Besucher an. Die Hotelzimmer in München sind in ­dieser Zeit nahezu ausgebucht und die Preise steigen in dieser Zeit um bis zu 150 Prozent, wie Karoline Graf von München Tourismus sagt.

Ausmass nicht dramatisch

Bei Basel Tourismus ist die Preistreiberei bekannt, das Ausmass wird aber als nicht so dramatisch angesehen. «Die Hotelzimmerpreise bewegen sich im Rahmen der vergangenen Jahre», sagt Bosshardt. «Am Anfang der Art Basel sind sie sehr hoch, kommen dann aber gegen das Wochenende wieder etwas herunter. Das hat einerseits mit den Hotelkapazitäten zu tun, die in und um Basel ausgebaut wurden, andererseits sind die Hoteliers sensibilisiert, es mit der Preis­gestaltung nicht zu sehr zu überdehnen.»

In der Vergangenheit haben Gäste darüber berichtet, dass nicht nur die Hotelpreise in die Höhe schnellen, sondern auch in einigen Restaurants die Situation genutzt wird, um mehr zu verlangen. Das sei aber nicht Usus, sagt Maurus Ebneter vom Wirteverband Basel-Stadt. «Die Preise zu erhöhen, würde bedeuten, dass die Standardgäste ausbleiben. Das ist ein Risiko für den Wirt.»

Basler Zeitung

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