Hollywood lockt ins Gerbergässlein

Die amerikanische Filmregisseurin Christine Vachon ist Ehrengast am «Gässli Film Festival».

Christine Vachon kommt Ende August nach Basel.

Christine Vachon kommt Ende August nach Basel.

Vom 26. August bis zum 1. September verwandelt sich das Gerbergässlein wieder zum Basler Open-Air-Kino. An der elften Ausgabe des «Gässli Film Festival» ist die amerikanische Filmregisseurin Christine Vachon, eine Ikone in der LGBTQ-Szene, eingeladen. Das Geheimnis um den diesjährigen Ehrengast und das neue Logo wurden an der Pressekonferenz vom Samstag ge­lüftet.

Das «Gässli Film Festival» ist ein Schweizer Kurzfilmfestival, in dessen Zentrum die Förderung lokaler Nachwuchstalente steht. Das Event wird jährlich vom VFBbB (Verein für die Förderung der Begeisterung am bewegten Bild) durchgeführt, welcher 2016 gegründet wurde und seit 2018 das Filmhaus Basel betreibt.

Lange Filmnächte

Im Rahmen des Kurzfilmwettbewerbs des Filmfestivals werden jedes Jahr sieben Preise in unterschiedlichen Kategorien vergeben: beste Schweizer Filme, beste internationale Filme und beste Musikvideos. Die einzige Teilnahmebedingung ist die Zeitbeschränkung auf 30 Minuten. Bei ganzen 474 Einsendungen hat das Team alle Hände voll zu tun und hat lange Filmabende vor sich. Denn am Ende sollen die besten 35 bis 40 Filme übrig bleiben. Die Siegerfilme werden von einer Jury gekürt, die den Besuchern spannende Tipps und Tricks mit auf den Weg gibt.

Das Keyart-Design, das auf Plakaten, Flyern, Postkarten und Merchandising zu sehen sein wird, entstand in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst FNHW. Aus den Vorschlägen dreizehn Studierender hat sich das Team für das Design von Lisa Strub und Max Keller entschieden. Die beiden Bachelorstudenten haben sich von einer laufenden alten Filmrolle inspirieren lassen, die Standbilder ineinander verschwimmen lässt.

Aus den beiden Anfangsbuchstaben des Festivals wird damit ein unscharfes G mit Umlautpunkten. Die Designs, die es nicht geschafft haben, sind während des Anlasses im Treppenhaus des Filmhauses Basel ausgestellt. Damit wird das Anliegen der Nachwuchsförderung konsequent durchgezogen.

Diskussionen mit Fachpublikum

Ein weiteres zentrales Thema ist dieses Jahr «Diversity» – Diversität in Ethnie, Geschlecht und sexueller Orientierung. Und in diesem Sinne entschied man für Christine Vachon: Die Filmregisseurin und Produzentin ist mit Filmen wie «Still Alice», «Carol» und «Boys Don’t Cry» eine Grösse in Hollywood. Nach ihrem Durchbruch mit dem kontroversen Film «Poison» von 1991 etablierte sich die New Yorkerin als Begründerin des sogenannten New Queer Cinema.

Vachon bringt als Kopf der Jury am «Gässli Film Festival» eine Auswahl preisgekrönter und brandaktueller Filme nach Basel. In Zusammenarbeit mit demAllianzkino wird «Colette» auf dem Münsterplatz gezeigt. «Still Alice» ist an verschiedenen Orten in der Region zu sehen und wird von einem Q&A mit Vachon abgerundet. Auch «Velvet Goldmine» und «One Hour Photo» werden am Festival gezeigt.

Zu den Themen Diversität und Nachhaltigkeit finden zusätzlich Panel-Diskussionen mit einem Fachpublikum statt, die aktuelle Entwicklungen und Trends im Filmbusiness beleuchten.

Ein weiterer Programmpunkt stellt die Ausstellung zu «Innovative Storytelling» dar: In einer virtuellen Realität kann man die Alpabfahrt auf der Schellenursli-Glocke lebensecht und samt Windeffekt erleben. Daneben werden zahlreiche Workshops für junge Cineasten, Nachwuchsfilmer und ganze Schulklassen angeboten. Dabei werden ihnen die nötigen Werkzeuge an die Hand gegeben, um ihre Träume im bewegten Bild darzustellen.

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