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Highlight vor leeren Rängen

Der EHC Basel feiert mit der Teilnahme an dem am Samstag beginnenden Playoff-Final gegen Martigny den sportlich grössten Erfolg seit Jahren. Die Vorfreude wird aber durch das Coronavirus gedämpft.

Der EHC Basel hoffte im Playoff-Final trotz Fasnacht die Marke von 3000 Zuschauern zu knacken. Foto: Dominik Plüss
Der EHC Basel hoffte im Playoff-Final trotz Fasnacht die Marke von 3000 Zuschauern zu knacken. Foto: Dominik Plüss

Das Coronavirus hat den Alltag fest im Griff. Längst hat es auch die Sportwelt erreicht. Am Freitag gab der Bundesrat bekannt, dass keine Grossanlässe mit mehr als 1000 Personen stattfinden dürfen. Bis zum 15. März gilt dieser Beschluss.

Damit wird er auch für den EHC Basel zum Thema. Für die Basler, die sich am Donnerstagabend in der Belle gegen Dübendorf 2:0 durchsetzten, die in dieser engen Halbfinal-Serie «das Glück auf unsere Seite zwangen», wie EHC-Präsident Daniel Schnellmann sagt. Riesig war die Freude über den Finaleinzug. «Es ist ein enorm wertvolles Resultat und freut mich sehr für das Team und die Verantwortlichen», so Schnellmann weiter. Und auch für die Fans, die «eine lange Leidenszeit» hinter sich hätten.

Hier kommt nun der Bundesrats-Entscheid wieder ins Spiel. Denn so richtig belohnt werden die Fans nun für ihr langes Leiden nicht. Dies, weil der heute in Martigny beginnende Final der MySports League (19 Uhr) vom Beschluss ebenso betroffen ist. Der Verband orientierte laut Schnellmann am Freitag die Basler und Martigny dementsprechend.

Grosse Einbussen

Konkret heisst das: Die Serie wird wie geplant durchgeführt, aber unter Ausschluss des Publikums. Nur eine gewisse Anzahl Medienvertreter und Funktionäre werden zugelassen, Fans bleibt der Zutritt in die Arenen versperrt. «Das ist extrem schade», sagt Schnellmann. «Aber machen können wir dagegen natürlich nichts.» Weniger als die angegebene Grenze von 1000 Menschen oder nur die Saisonkarten-Besitzer einzulassen – solche Optionen zog der Verband nicht in Erwägung. Ebenso wenig, die Serie zu verschieben; dies lasse der Spielplan nicht zu. Es sollte schlicht die gleiche Regel wie in den höheren beiden Ligen gelten: ein konsequenter Ausschluss der Öffentlichkeit. Immerhin ein Live­stream ist in Planung, der über ehclive.ch abrufbar sein soll.

Für die Basler, die im Minimum eine Partie in der St.-Jakob-Arena austragen, bedeutet dies Einbussen in einer Höhe, die schmerzhaft ist. «Wir müssen schon mit rund 15000 bis 20000 Franken rechnen, die wir in einem Spiel verlieren», so Schnellmann. «Das ist in etwa das Jahresgehalt eines Topspielers.»

Und diese Einbussen werden die Basler einfahren, denn versichert ist der Verein gegen solche Fälle nicht. Erspielt sich der EHC ein zweites Heimspiel, verdoppeln sich diese gar. Für die Basler umso bitterer, hatten sie doch gehofft, trotz Fasnacht die Marke von 3000 Zuschauern knacken zu können.

In Anbetracht des gesundheitlichen Aspekts geht beinahe vergessen, dass es ja auch noch einen sportlichen gibt: «Martigny ist Favorit», sagt Schnellmann. Aber auch, dass das Ziel nun sein müsse, sich in diesem Final durchzusetzen.

Martigny zeigte sich bisher äussert souverän, schloss die Qualifikation auf dem ersten Platz ab und gewann den Viertelfinal gegen Bülach und den Halbfinal gegen Aufsteiger Lyss jeweils klar 3:0. Schnellmann sieht aber auch Vorteile aufseiten der Basler: «Wir haben mehr Partien in den Beinen und dadurch einen besseren Spielrhythmus. Nach dem Sieg gegen Dübendorf glaube ich zudem, dass das Momentum auf unserer Seite liegt.» Die Walliser müssen am Samstag zu Hause vorlegen; der Druck dürfte bei den Gastgebern liegen. Und dass der EHC Martigny gefährlich werden kann, bewies er in der Qualifikation. 4:0 gewannen die Basler zu Hause, äusserst überlegen.

Grosser Erfolg

Bereits vor dem ersten Spiel ist klar: Der Finaleinzug ist für die Basler ein grosser Erfolg. Und die Motivation auch wegen der Fans hoch, die nun nicht zuschauen dürfen. «Dann müssen wir eben gewinnen und die Aufstiegsspiele erreichen», sagt Schnellmann. Diese sind auf nach dem 15. März terminiert, wenn der Publikums-Stopp Stand jetzt wieder aufgehoben ist. Hält er länger an, wäre es theoretisch gar möglich, dass die Ligaqualifikation nicht stattfinden kann. Und der EHC trotz grosser Saison und Sieg in der Final-Serie nicht um den Aufstieg spielen könnte. So weit will Schnellmann aber noch nicht in die Zukunft blicken. «Wenn es tatsächlich so weit kommen sollte, müsste man die Situation mit dem Verband analysieren.»

Ein solches Szenario ist aber noch weit weg. Die gegenwärtige Aufgabe für den EHC lautet Martigny. Ohne Fans, aber ganz sicher mit viel Spannung.

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