Heimatschutz sorgt sich um die Zukunft von Staatsarchiv und Museum

Die alten Gebäude sollen auch nach einer Umnutzung den historischen Charakter beibehalten.

Der Heimatschutz stellt den Neubau nicht infrage. Er sieht darin eine Chance, den 120 Jahre alten Staatsarchiv-Bau zu sanieren.

Der Heimatschutz stellt den Neubau nicht infrage. Er sieht darin eine Chance, den 120 Jahre alten Staatsarchiv-Bau zu sanieren.

(Bild: Elena Monti)

Der Heimatschutz Basel achtet mit Argusaugen darauf, dass historisch wertvolle Gebäude in der Stadt nicht verschandelt werden. Daher mahnt dessen Vorstand bereits jetzt, das alte Staatsarchiv an der Martinsgasse und den Berri-Bau mit dem Naturhistorischen Museum an der Augustinergasse nach der Räumung sorgsam zu renovieren.

Allerdings müssen die Stimmbürger zunächst am 19. Mai Ja zum Neubau im St.-Johann-Quartier sagen. Dort soll für 214 Millionen Franken eine neue Bleibe für das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv entstehen. Wegen der hohen Kosten und der abgelegenen Lage ist das Projekt umstritten.

Bedeutender Berri-Bau

Der Heimatschutz stellt den Neubau nicht infrage. Er sieht darin eine Chance, das Museum an der Augustinergasse im Geiste seines Architekten Melchior Berri zu restaurieren und auch den 120 Jahre alten Staatsarchiv-Bau zu sanieren. Der Berri-Bau an der Augustinergasse sei im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut worden und habe dabei viel von seiner Ausstrahlung und Würde verloren, argumentiert der Heimatschutz. Dies könnte man mit einem neuerlichen Umbau wieder zurechtbiegen, indem, wie geplant, Zwischenböden entfernt und der Originalzustand des Baus so weit als möglich wiederhergestellt werden.

Der Heimatschutz begrüsst auch den Plan, im Bau nach der erfolgten Sanierung das Antikenmuseum unterzubringen. «Das würde dem klassizistischen Charakter des monumentalen Gebäudes entsprechen», sagt Präsident Christof Wamister. Zum Glück seien zahlreiche Entwürfe des Meisters erhalten, sodass Rekonstruktionen möglich sind. Schliesslich gehöre der Berri-Bau zu den bedeutendsten der Stadt.

Schwieriges Staatsarchiv

Nicht minder anspruchsvoll präsentiere sich die Situation beim Staatsarchiv. Dieses entstand in den Jahren 1898 bis 1902 nach den Plänen der Architekten Vischer & Fueter. Nach dem kurz vorher gebauten Bundesarchiv in Bern handelt es sich um eines der ersten Archivgebäude der Schweiz, die extra für diesen Zweck geplant wurden. Der damalige Kantonsarchivar Rudolf Wackernagel nahm einen wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung und die funktionale Anordnung der Räume. Der Bau, gleich hinter dem Rathaus gelegen, vereinigt Stilmerkmale von der Romanik bis zum Barock. Der Hof vor dem Eingang ist dem Kreuzgang des St.-Alban-Klosters nachgebildet.

Es werde eine «äusserst anspruchsvolle Aufgabe sein, das Gebäude in seinem Innern umzubauen», vermutet der Heimatschutz. Besonders, da einige Bauelemente wie Schränke und Türen aus dem 16. Jahrhundert stammen. «Wir werden uns bei einer Umnutzung dafür einsetzen, dass das originale Interieur nicht zerstört wird», so Wamister. Die Räume sollen auch künftig an die Zeiten des Staatsarchivs erinnern.

Basler Zeitung

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