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Gute Noten für die Basler Polizei

Die Einwohner sind grossmehrheitlich zufrieden mit den Polizeikräften – Junge wollen weniger Präsenz, Riehen will mehr.

Hat die Bevölkerung zur Polizei befragt: Madeleine Imhof vom Statistischen Amt. Im Hintergund: Polizeikommandant Martin Roth.
Hat die Bevölkerung zur Polizei befragt: Madeleine Imhof vom Statistischen Amt. Im Hintergund: Polizeikommandant Martin Roth.
Keystone

Polizeikommandant Martin Roth und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) sind gut aufgelegt – denn die Bevölkerung ist grossmehrheitlich mit ihnen zufrieden. Alle drei Jahre führt die Basler Polizei eine Umfrage zur Zufriedenheit mit ihren Dienstleistungen durch. Das erste Mal hat das Statistische Amt des Kantons die Umfrage im Auftrag der Kantonspolizei durchgeführt. Im Frühsommer 2018 wurden dafür 6700 zufällig ausgewählte Personen in Basel angeschrieben. Die einzigen Kriterien: Die Person muss mindestens 15 Jahre alt und seit über einem Jahr in der Stadt oder den Gemeinden Riehen und Bettingen wohnhaft sein.

Effektiv teilgenommen haben insgesamt 1666 Personen. Wie Madeleine Imhof, Leiterin des Statistischen Amtes, sagt, sei die Befragung dieses Mal nur schriftlich und online durchgeführt worden. Auf eine telefonische Umfrage hat man verzichtet. Die Teilnehmer konnten bei den jeweiligen Fragen der Polizei eine Note von 1 bis 10 abgeben. Die Gesamtnote liegt bei 7,4. «Eine Note über sieben ist schon einmal gut, sagt man in der Zufriedenheitsforschung», so Madeleine Imhof. Der Wert ist ein wenig niedriger als bei den letzten Umfragen. 2015 bekam die Polizei die Note 7,7 und 2012 eine 7,5.

Vor allem das Verteilen von Parkbussen und der Verkehr im Allgemeinen nerven die Bevölkerung. So gaben die Befragten der Polizei im Bereich «Erteilen Parkbussen» 2015 die Note 7,0 und 2012 eine 7,1. Bei der letztjährigen Umfrage sackte die Zustimmung auf 6,7 ab. Dies könnte am neuen Verkehrsregime in der Basler Innenstadt und der deshalb erhöhten Verteilung von Verkehrsbussen gelegen haben.

Mehr Beamte auf der Strasse

Wiederum konnte die Kantonspolizei in einem ihrer Hauptanliegen punkten: der Präsenz auf der Strasse. Als Polizeikommandant Martin Roth vor über einem Jahr das Amt von Gerhard Lips übernahm, kündigte er an, dass er wieder mehr Polizisten auf die Strassen schicken wolle, um die Polizeipräsenz zu erhöhen, was wohl zu einem subjektiven Sicherheitsgefühl bei der Bevölkerung geführt hat. 2012 und 2015 bemängelten 60 respektive 47 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass es zu wenig Polizisten in Basel-Stadt gebe. Neu denken nur noch 34 Prozent, dass die Polizei noch präsenter sein muss. 56 Prozent sind zufrieden und vier Prozent finden sogar, dass es zu viele Beamte auf den Basler Strassen gibt. Sechs Prozent machten dazu keine Angaben.

Trotz starken Verbesserungen scheint die Bevölkerung noch nicht vollends zufrieden mit der Polizeipräsenz. 39 Prozent der Befragten gaben zu Protokoll, dass nachts noch immer zu wenig Polizisten auf den Strassen sind. Je nach Ort werden mehr Patrouillen gefordert. Am Claraplatz wollen 22 Prozent mehr Beamte, am Rhein sogar 30 Prozent. Wiederum finden die Befragten, dass die Polizei in der Innerstadt genügend präsent sei – nur 14 Prozent wünschen sich mehr Präsenz am Barfüsserplatz. Für die Heuwaage sind es 18 Prozent.

Die Krux mit Riehen

Das Statistische Amt unterschied bei der Frage um Polizeipräsenz auch nach den Wohnquartieren. In Grossbasel West wünschen sich 30 Prozent mehr Polizei. In Riehen/Bettingen sind es 42 Prozent. Seit in Riehen vor einigen Jahren der Polizeistützpunkt geschlossen wurde, forderten diverse Politiker diesen wieder zurück. 42 Prozent sind im Vergleich zu 2012 jedoch kein schlechter Wert. Damals forderten 62 Prozent der Befragten mehr Polizei in Riehen.

Am wenigsten zufrieden mit der Polizei und ihrer Präsenz sind die Befragten unter 35 Jahren. Sie geben der Polizei die Gesamtnote 7,0. Die Basler über 74 Jahren sind am glücklichsten mit der Polizei. «Die Jungen geben uns schon seit 1983 – also seit Beginn dieser Umfragen – eine schlechtere Note. Wir sind nun halt die Spielverderber», sagt Roth. «Aber 1983 waren es dieselben Jungen, die uns heute eine bessere Note geben», sagt der Polizeikommandant und lacht.

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