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Gratis-Sportanlagen für Vereine – aber nicht für alle

Sportvereine sollen Hallen gratis nutzen dürfen, fordert der Basler Grosse Rat. Chöre und Fasnachtscliquen müssen jedoch weiterhin für die Lokale bezahlen.

Martin Regenass
Hat erfolgreich für die Vereine gekämpft: Der SP-Grossrat Thomas Gander.
Hat erfolgreich für die Vereine gekämpft: Der SP-Grossrat Thomas Gander.
Nicole Pont

Das Parlament fordert die Regierung auf, dass Basler Sportvereine die Hallen und Sportanlagen in der Stadt Basel gratis benutzen dürfen. Der Grosse Rat hat dazu am Mittwoch Abend einen Vorstoss für eine Gesetzesänderung von SP-Grossrat Thomas Gander definitiv an die Regierung überwiesen. Weiterhin geradestehen müssen die rund 300 Sportvereine aber für Sachschäden oder Sonderreinigungen, die an Hallen oder Anlagen entstehen.

Sport Basel und der Panathlon Club beider Basel, die Dachverbände der Sportvereine, begrüssen den Grossratsentscheid. In einem Communiqué teilen sie ihre Erwartung mit, dass die Befreiung von den Benutzungskosten der Anlagen nun zeitnah umgesetzt werden soll. Die beiden Organisationen sind überzeugt, dass die Gebührenbefreiung vor allem «kleinen Vereinen» hilft, das Budget zu entlasten.

Fasnachtscliquen gehen leer aus

Das Anliegen von Gander ist zudem mit einer Petition unterstützt worden. Rund 5000 Sportler haben sie unterschrieben. In einer Mitteilung der SP lässt sich Gander mit den Worten zitieren: «Es sind die Sportvereine, die direkt von der Gesetzesanpassung profitieren werden.» Die Vereine hätten viele Kosten zu tragen, die nur dank grossen ehrenamtlichen Engagements bewältigt werden könnten. Mit der Streichung der Gebühren für die Hallen und Anlagen könnten die Sportvereine ihre Auslagen weiterhin tief halten, heisst es in dem Schreiben der Sozialdemokraten.

Weniger Begeisterung rief das Gratis-Sporttreiben bei der Regierung aus. Oberster Verantwortlicher für den Betrieb der Hallen und deren Finanzierung ist LDP-Erziehungsdirektor Conradin Cramer. Das Erziehungsdepartement schätzt den finanziellen Ausfall für den Kanton auf rund 2,5 Millionen Franken. Dieser würde laut einem Regierungsbeschluss allerdings noch höher ausfallen, wenn die St. Jakobshalle in das Gratisangebot miteinbezogen würde.

Zudem befürchtet die Regierung einen sogenannten Trittbrettfahrer-Effekt. Vereine aus dem nahen Umland könnten ihre sportlichen Aktivitäten in die Stadt verlegen und künftig hier die Infrastruktur nutzen, weil sie gratis ist. Weiter rechnet die Regierung damit, dass bei einer kostenlosen Nutzung die Vereine die Hallen eben nicht nutzen. Heute hätten die Vereine ein monetäres Interesse, sich rechtzeitig abzumelden, falls sie die Reservation nicht benötigten. Die Anlagen müssten dennoch bereitgestellt und für die Reinigung Personal eingeplant werden. Die Regierung denkt über Strafzahlungen nach, falls die Hallen und Anlagen nicht benutzt würden.

Zu bedenken gibt die Regierung auch eine Ungleichbehandlung von Vereinen. So müssten beispielsweise Ruder- oder Tennisclubs weiterhin ihre Infrastruktur bezahlen und Baurechtszinsen für ihre Clubhäuser und Anlagen abtreten. Auch Chöre, Orchester oder Fasnachtscliquen sieht die Regierung ungleich behandelt. Sie müssen gemäss der Gesetzesvorlage weiterhin für die Nutzung von Schulräumen und Aulen bezahlen.

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