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Gleiche Rechte für Autofahrer

Im Rahmen eines Pilotversuchs dürfen Velofahrer in Basel an gewissen Kreuzungen trotz Rotlicht rechts abbiegen. Warum nicht auch Autofahrer?

Martin Regenass
An allen Kreuzungen, die mit einem solchen Schild ausgestattet sind, dürfen Velofahrer bei rot rechts abbiegen.
An allen Kreuzungen, die mit einem solchen Schild ausgestattet sind, dürfen Velofahrer bei rot rechts abbiegen.
Stefan Leimer

Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) bezeichnet sich schweizweit als «federführend», wenn es darum geht, Velofahrern das Rechtsabbiegen bei Rot zu erlauben. Wie sich zeigt, hat sich die Einführung eines neuen Gesetzes in Bern aufgrund der hiesigen Versuche allerdings verzögert. Das Bundesamt für Strassen hat den ersten Pilotversuch als ungenügend zurück­gewiesen. Der Bericht war offenbar unbrauchbar. Es genügt nicht, nur an zwei Tagen während anderthalb Jahren an einem Rotlicht das Verhalten der Velos zu untersuchen.

Aus Sicht der Velofahrer ist unabdingbar, dass das BVD im zweiten Versuch seine Aufgaben macht und der Bundesrat grünes Licht für die Gesetzes­änderung gibt.

Schliesslich sind die Kreuzungen in der Stadt zahlreich, bei denen es problem- und gefahrlos möglich ist, als Velofahrer bei Rot rechts abzubiegen. Dies mit einem Spezialschild oder einer blinkenden Ampel zu erlauben, wäre ein grosser Fortschritt und würde ein weitverbreitetes Verhalten legalisieren.

Denn momentan gerät man als Velofahrer noch in einen innerlichen ­Konflikt. Einerseits hat man die Gesetzesübertretung im Hinterkopf, andererseits mag man nicht warten, um rechts abzubiegen, wenn keine Gefahr in Sicht ist. Anstatt zu warten, möchte man weiterfahren. Und schliesslich gibt es rechts abbiegen bei Rot in anderen Ländern seit Jahren. Was sollte also in der Schweiz noch dagegen sprechen?

Das BVD könnte seine «federführende» Rolle noch ausbauen. Warum nicht auch Autos versuchsweise das Rechtsabbiegen bei Rot erlauben? Auch diese Möglichkeit ist in anderen Ländern bereits geschaffen worden. Oder um den Schilderwald abzubauen, könnten beispielsweise Langsamfahrzonen versuchsweise eingerichtet werden, die ganz ohne Verkehrsschilder auskommen. Ein guter Ort für einen solchen Test wäre der Aeschenplatz, der dereinst ohnehin umgebaut werden soll.

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