Zum Hauptinhalt springen

«Die letzten Atemschutzmasken sind ausgegangen»

Coronavirus: Basler Apotheken und Fachmärkte kommen der riesigen Nachfrage nach Masken kaum hinterher. Dabei nützen diese gegen das Virus kaum.

Simon Bordier, Martin Regenass
Verkauft keine Gesichtsmasken mehr: Die City Apotheke Basel hat wie viele andere Anbieter mit Lieferengpässen zu kämpfen.
Verkauft keine Gesichtsmasken mehr: Die City Apotheke Basel hat wie viele andere Anbieter mit Lieferengpässen zu kämpfen.
Simon Bordier

Im Jumbo an der Clarastrasse sucht ein älteres Ehepaar nach einem Gesichtsschutz. «Wir gehen ins Tessin in die Ferien und wollen uns gegen das mögliche Coronavirus schützen», sagen sie gegenüber der BaZ. Die etwas günstigeren Modelle solcher Partikelmasken zwischen acht und knapp 30 Franken sind alle ausverkauft. Diese Masken sind eigentlich fürs Schleifen, Fräsen oder gegen giftige Partikel aus Spraydosen konzipiert.

Leeres Gesichtsmasken-Regal im Jumbo an der Basler Clarastrasse. Foto: Martin Regenass
Leeres Gesichtsmasken-Regal im Jumbo an der Basler Clarastrasse. Foto: Martin Regenass

Etwas weiter hinten in der Clarastrasse, bei Lachenmeier Farben, gibt es noch Partikelmasken zu kaufen. Praktisch jeder zweite Kunde frage wegen des Coronavirus danach, bestätigt die Verkäuferin.

Ähnlich klingt es in der Anfos-Apotheke in der Basler Aeschenvorstadt. «Derzeit kommt gefühlt jeder zweite Kunde wegen des Coronavirus zu uns», sagt Pharma-Betriebsassistentin Sabrina Lorenzo auf Anfrage. Doch was Atemschutzmasken angehe, könne man derzeit nicht weiterhelfen, diese seien nämlich seit zwei, drei Wochen ausverkauft. Nachlieferungen seien momentan auch nicht möglich, Lieferanten setzten alles daran, Lösungen zu finden.

Die Hände gut waschen

Und was empfehlen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besorgten Kunden? «Man sollte wissen, dass herkömmliche Atemschutzmasken gegen das Coronavirus ohnehin nicht helfen», sagt Sabrina Lorenzo.

Empfohlen würden spezielle Masken mit Ventil des Typs FFP2, so Lorenzo. Aber auch Exemplare dieser Modelle müssten nach ein paar Stunden Verwendung ersetzt werden, damit sie eine gewisse Schutzfunktion gegenüber dem Virus hätten. Man könne in der jetzigen Situation darauf verzichten, so Lorenzo. Die beste vorbeugende Massnahme sei es, regelmässig und gut die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Grundsätzlich würden die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit gelten.

«Man spürt eine gewisse Angst in der Bevölkerung.»

Nicole Büttiker, City Apotheke Basel

Einige Dutzend Meter weiter erlebt die City Apotheke Basel wegen des Coronavirus einen Kundenansturm. «Man spürt eine gewisse Angst in der Bevölkerung», sagt Apothekerin Nicole Büttiker. Insbesondere Reisende aus Asien würden sich nach Masken erkunden. «Sie sind es sich wohl eher gewohnt, dass bei einer Virusinfektion – selbst bei einer einfachen – Masken getragen werden.» Die City Apotheke könne die hohe Nachfrage inzwischen aber nicht mehr abdecken. «Die letzten Masken mit Ventil sind uns heute ausgegangen.»

Auch Büttiker relativiert indes die Bedeutung der Atemschutzmasken hinsichtlich des Coronavirus. «Wenn uns Kunden danach fragen, so erklären wir ihnen, dass sie ebenso gut darauf verzichten könnten.» Eine Maske könne dazu dienen, sein Umfeld vor dem Virus zu schützen, wenn man selbst bereits infiziert sei, sagt sie. Denn das Virus übertrage sich vor allem durch Husten und Niesen. Man selbst werde aber nur sehr bedingt durch das Tragen einer Maske geschützt. «Eine Virusübertragung zum Beispiel durch das Reiben der Augen bleibt möglich.»

So oder so: Atemschutzmasken gehen in Basel und der übrigen Schweiz zur Neige. Wie «20 Minuten» berichtet, sind in den Bahnhofsapotheken von Zürich, Bern, Lugano und Schaffhausen die Gesichtsmasken ausverkauft.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch