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Fasnachts-Fieber stärker als Coronavirus-Sorge

Basler planen keine dreitägige Flucht aus der Stadt.

Hier ist die Welt noch in Ordnung: Impressionen vom Morgestraich 2019 (Foto: Lucia Hunziker)
Hier ist die Welt noch in Ordnung: Impressionen vom Morgestraich 2019 (Foto: Lucia Hunziker)

Nichts wie weg hier? Noch ist ja nicht einmal sicher, ob die Fasnacht stattfinden kann. Das verunsichert natürlich. Also wäre es vielleicht gescheiter, sich den Menschenmengen während den «drey scheenschte Dääg» gar nicht auszusetzen - und spontan in weniger besiedelte (Schweizer) Orte zu verreisen.

Die Verunsicherung, das steht fest, ist gross: Basler Reisebüro-Zweigstellen wiegeln auf Anfrage ab und verweisen auf die Pressestelle des jeweiligen Konzerns. Ja nichts Falsches sagen. Dabei wollte man nur wissen, ob Kunden in den letzten Tagen vermehrt nach Offerten für Ferien in der Nähe, etwa in Skigebieten, angefragt haben, um der Fasnacht zu entweichen.

Das scheint jedoch nicht der Fall zu sein, das Fasnachts-Fieber offensichtlich stärker als die Coronavirus-Sorge. Hotelplan etwa sagt auf Anfrage: «Aufgrund der bevorstehenden Fasnacht und des Coronavirus verzeichnen wir von Hotelplan Suisse aktuell keine erhöhte Nachfrage nach Last-Minute-Buchungen.»

Ruhig Blut

Roger Berberat, Chef vom Basler Reiseunternehmen TravelPoint, sagt ebenfalls, dass ihn keine solchen Anfragen erreicht haben: «Eher ist es umgekehrt: Die Verunsicherung von Kunden, die etwa eine Kreuzfahrt im asiatischen Raum gebucht haben, ist spürbar. Sie fragen, ob man die Reise stornieren könne.» Berberat stört sich eher, dass durch die Quarantänen wie in einem Hotel auf Teneriffa die Kunden - auch wegen der vielen Medienberichte - verunsichert werden.

Christina Wagner von Travelshop, das auf Überseereisen spezialisiert ist, hat ebenso keine Kenntnis von «Fasnachtsflüchtlingen». Auch sie spricht von den Sorgen der Kunden vor einer Reise in ferne Länder. Roger Geissberger, Sprecher der Knecht Reisen AG, nimmt ebenfalls keine Anfragen von Basler Kunden aufgrund der Fasnacht wahr. Bei den Anfragen handle es sich ebenfalls um Länder, die bereits stark vom Coronavirus betroffen sind.

Markus Flick, Pressesprecher von DER Touristik Suisse, sagt: «Einen Zusammenhang zwischen der Basler Fasnacht, dem Coronavirus und dem Buchungsvolumen in unseren Basler Reisebüros können wir zwar nicht feststellen. Richtig ist, dass sich Basler trotz der intensiven Berichterstattung über das Coronavirus weiterhin für Ferien interessieren und die Frequenz in unseren Büros die gewohnte bleibt. Einige Kunden möchten jedoch bis zur Buchung noch einen Moment abwarten.»

Ruhig Blut also bei den Menschen in der Region. Das ist auch sinnvoll. Denn einen «safe place» gibt es wohl ohnehin nicht mehr. Und bei Gefahr fühlt man sich zuhause sowieso am sichersten. Warum sich also die Fasnacht verderben lassen? Wenn sie denn stattfindet...

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