Eva Herzog macht die Sache klar

Die Basler SP-Regierungsrätin geht mit einem breit abgestützten Komitee in die zweite Runde ihres Wahlkampfs.

Eva Herzog will das Verhältnis zu Europa «zum Nutzen aller regeln».

Eva Herzog will das Verhältnis zu Europa «zum Nutzen aller regeln».

(Bild: Keystone / Georgios Kefalas)

Alessandra Paone

Immer ein Tick schneller als die anderen, stets von dem Gedanken geleitet, die Sache klar zu machen, bevor es zu spät ist. #klareSacheEva: Mit diesem Hashtag, der gleichzeitig auch ihr Wahlslogan ist, gab SP-Finanzdirektorin Eva Herzog im Mai ihren Rücktritt als Basler Regierungsrätin bekannt und eröffnete gleichzeitig ihren Ständeratswahlkampf. Am Montag lud sie zum Start der zweiten Runde ein. In gemütlichem Ambiente, im Saal des Restaurants Parterre One im Kleinbasel.

Sie ergriff nicht gleich das Wort, liess andere reden. Der CEO der Straumann Group, Marco Gadola, die Riehener EVP-Gemeinderätin, Christine Kaufmann, und die künstlerische Leiterin der Gare du Nord, Désirée Meiser, lobten die Noch-Regierungsrätin als «transparent, gradlinig und berechenbar», als jemand, der nicht «nur davon redet, sondern auch macht». Und als «Teamplayerin». Sie stehe ein für ihre Werte und scheue sich nicht, Klartext zu sprechen, wenn es darauf ankomme.

Mit gesenktem Bick lauschte Herzog den Worten der drei Co-Präsidenten ihres Unterstützungskomitee und sagte dann: «Am liebsten würde ich gar nichts sagen. Ihr macht das viel besser als ich.» Aber sie sprach dann doch – als es darum ging, darzulegen, wofür sie politisch einsteht. Als es um Inhalte ging.

Klima, Bildung, Altersvorsorge, Gleichstellung, Finanzen und die Beziehung der Schweiz zu Europa, so lauten ihre politischen Schwerpunkte. Wer in den letzten Jahren an ihren Medienkonferenzen teilgenommen habe, wisse, wie wichtig ihr ein gesunder Staatshaushalt sei, auch auf Bundesebene. Deshalb wolle sie jetzt auch nicht viel dazu sagen; nur so viel: Die Schweiz stehe finanziell sehr gut da und könne sich notwendige Investitionen, etwa für den Umweltschutz, problemlos leisten.

Die Sozialdemokratin macht sich auch stark für das Rahmenabkommen. Die Schweiz sei keine Insel, sagte sie. Deshalb sei eine international vernetzte Wirtschaft wichtig.

Noch keine Selfies an Parties

Herzog ist keine Frau der grossen Emotionen, zumindest nicht nach aussen. Ihre Person und ihr Privatleben stellt sie nicht zur Schau. So sei es nicht ganz einfach, sagten ihre Unterstützer, sie für die Sozialen Medien zu begeistern. Doch sie mache Fortschritte. «Selfies von ihr an Parties gibt es aber noch keine», sagte Christine Kaufmann. «So weit haben wir sie noch nicht.»

Bei ihrer Medienkonferenz im Mai sei es in einem ersten Schritt darum gegangen, ihre Pläne bekannt zu machen. «Jetzt aber sind wir parat», sagte Herzog. In der nächsten Woche würden alle Parteien und Kandidaten ihre Medienkonferenzen halten. «Wir machen den Anfang.» Wie immer, einen Schritt voraus.

Herzog zeigte auf die Wahlplakate an der Wand. «Sie hängen noch nicht», versicherte sie grinsend. Eine Anspielung auf den Ärger rund um die SP-Regierungsratskandidatin Tanja Soland, deren Plakate offenbar zu früh hängen.

In Eva Herzogs Unterstützungskomitee finden sich neben ihren SP-Regierungskollegen Christoph Brutschin und Hanspeter Wessels auch andere renommierte Personen: Stararchitekt Pierre de Meuron, Schauspielerin Charlotte Heinimann, der Professor für Staats- und Verwaltungsrecht, Markus Schefer, Historiker Georg Kreis oder die Leiterin der Offenen Kirche Elisabethen, Monika Hungerbühler. Es sei ihrer bisherigen, erfolgreichen Politik zu verdanken, so heisst es in der Medienmitteilung, dass Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, verschiedenen Glaubensgemeinschaften und sozialen Institutionen hinter Herzog stehen.

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