Zum Hauptinhalt springen

Eric Weber will doch nicht Grossrat sein

Der umstrittene Rechtspopulist Eric Weber will sein Mandat am ersten Tag der Legislatur gleich wieder niederlegen. Er fühlt sich in Basel verfolgt und will nun auswandern.

Will nun doch nicht Grossrat sein: Eric Weber nach seiner Wahl im Oktober 2012.
Will nun doch nicht Grossrat sein: Eric Weber nach seiner Wahl im Oktober 2012.
Mischa Hauswirth

Eric Webers Comeback im Grossen Rat nimmt offenbar ein schnelles Ende. Der Politiker der Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer (VA) will sein Amt kurz nach dem Antritt am 6. Februar gleich wieder niederlegen. In einem Kommentar auf baz.ch vom Montag kündigte Weber für nächsten Mittwoch eine Abschiedsrede im Grossen Rat an. Und Weber scheint es ernst zu meinen: In einer persönlichen Erklärung, aus der heute die Basellandschaftliche Zeitung (BZ) zitiert, bestätigt Weber seine Absicht.

Als Grund nennt der Rechtsaussenpolitiker, dass die SVP ihn und seinen Parteigenossen Martin Gschwind nicht in die Fraktion aufnehmen will. Zudem prangert Weber die schlechte Behandlung an, die ihm in Basel wiederfahren sei. «Wie ein Hund» sei er durch die Strassen gejagt worden. Nun fühle er sich in Basel nicht mehr zu Hause. Gegenüber der BZ erklärte Weber, er werde nun nach Abu Dhabi übersiedeln. Dort wolle er auf der Pressestelle eines Scheichs arbeiten.

Verdacht auf Wahlfälschung

Weber hatte sich in den letzten Monaten wiederholt per Mail auch an die BaZ gewendet und darin in blumigen Worten seine «Flucht» geschildert. Nach zahlreichen Morddrohungen, die er nach seiner Wahl erhalten habe, sei er untergetaucht, schrieb Weber der BaZ. Sogar in einem Bordell habe er sich verstecken müssen. Seinen Aufenthaltsort hätten die Behörden des Kantons aber immer gekannt. Weber beklagte sich in seinen Mails an die BaZ auch wiederholt darüber, dass seine Anzeigen von der Staatsanwaltschaft nicht ernst genommen wurden. In den gleichen Mails behauptet Weber aber auch, dass ihm von den Behörden Polizei Polizeischutz angeboten worden sei, und er sich überlege, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen.

Weber selbst ist kein unbeschriebenes Blatt: Nach seiner Wahl in den Grossen Rat gingen Wahlbeschwerden ein. Gegen den einschlägig vorbestraften Politiker läuft zudem bereits ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Eingriff in das Stimm- und Wahlrecht. Er war deswegen in der Woche vor den Wahlen im Oktober 2012 in Untersuchungshaft genommen worden. Nicht zum ersten Mal: Der Rechtspopulist sass von 1984 bis 1992 schon einmal im Grossen Rat und sorgte mit extremen Ansichten und wiederholten Problemen mit der Justiz für Aufsehen. So wurde er 1991 wegen wiederholter und fortgesetzter Urkundenfälschung, Diebstahls und des versuchten Betrugs verurteilt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch