Zum Hauptinhalt springen

Energiewende schon, aber möglichst kompliziert

Es dauere ewig, bis eine Wärmepumpe installiert werden könne: Der Verein Energie Ertrag Schweiz reklamiert unbürokratische Verfahren.

Blick auf das Tuoch-Display einer Wärmepumpe.
Blick auf das Tuoch-Display einer Wärmepumpe.
Keystone

«Vor zwei Jahren haben wir noch zu 90 Prozent Öl- und Gasheizungen installiert. Heutewill das keiner mehr», so Martin Omlin von der Firma Omlin Energiesysteme AG und Präsident des Vereins Energie Ertrag Schweiz. Die Initiativen zur Erreichung der Energieziele werden von Bund und Kanton immer stärker eingefordert, was sich auf das öffentliche Bewusstsein niederschlägt. Gut so.

Die Absicht, möglichst keine fossilen Brennstoffe mehr zu verbrennen, werde jedoch, so der Heizungsfachmann, durch bürokratische Verfahren gelähmt. Die gesetzlichen Bestimmungen hinkten der Forderung nach erneuerbarer Energie hinterher. Es brauche alles viel zu viel Zeit, bis man etwa eine Wärmepumpe installieren könne. Anstatt die Energiewende mit zeitgemässen Gesetzen zu fördern, würden Heizungsfachfirmen bei Wärmepumpen zahlreiche Steine in den Weg gelegt. Neben anderen bürokratischen Hürden braucht es im Raum Basel teilweise noch immer eine Baubewilligung.

Manchmal redet auch die Ortsbildkommission mit, wie kürzlich in Riehen. Sie hat – vorerst erfolgreich – ihr Veto gegen die Platzierung einer Wärmepumpe eingelegt. Probleme, die auch Vertreter anderer erneuerbarer Energien bestenskennen. Solche Erschwernisse würden dazu führen, dass sich der Einbau von Wärmepumpen um Monate verzögert.

Mehr noch: Ist etwa der Brenner einer Ölheizung defekt, so interessiere sich der Besitzer zwar durchaus für eine neue Heizung ohne CO2. Dauert es jedoch mehrere Monate lang, bis diese eingerichtet werden kann, so komme es vor, dass der Eigentümer in der Zwischenzeit einen neuen Brenner kaufe und die Ölheizung, die dann wieder funktioniert, länger als ursprünglich geplant laufen lässt. Mit anderen Worten: Anstatt den CO2 schnell zu verringern, schade dieser möglicherweise noch Jahre im selben Umfang.

Langsam mahlende Mühlen

Um diese Zusammenhänge ins Bewusstsein zu rücken, überraschte Omlin gestern Nachmittag mit einer Kundgebung auf dem Claraplatz. Thema: Liberalisierung der Vorschriften für Wärmepumpen. Es habe einige Passanten gegeben, die sich freuten, dass er sich nicht nur für den Verkauf, sondern auch für einen schnelleren, unbürokratischeren Einbau von Wärmepumpen einsetzt, sagte er gegenüber der BaZ.

Dabei ist diesbezüglich auf politischer Ebene in jüngerer Vergangenheit einiges gelaufen: Im Januar 2018 forderte Grossrat André Auderset, die Baubewilligungspflicht in Basel-Stadt abzuschaffen. Acht Monate später vermeldete die Regierung, dass es für innen aufgestellte Wärmepumpen keine Bewilligung mehr brauche. Für aussen aufgestellte Anlagen genüge fortan eine Meldepflicht. Dies alles funktioniere jedoch noch nicht richtig, bemängelt Omlin. Offenbar ist man den Anblick von Wärmepumpen im Vorgarten noch nicht gewohnt. An diese müsse man sich, zumal diese zu 99 Prozent draussen platziert werden, wohl in naher Zukunft gewöhnen müssen – so wie auch an den Anblick von Wind- und Solarenergie-Anlagen.

Ende August reichte übrigens Simon Oberbeck (CVP) im Landrat eine Motion ein, wonach man Wärmepumpen im Freien ohne Bewilligung wie in Basel-Stadt installieren können soll.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch