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Em Bebby sy Jazz bewegt die Stadt

Basel-Stadt ist zur Festhütte geworden. 800 Musikerinnen und Musiker, 30 Bühnen, eine warme Sommernacht bewegten die Stadt. Die schönsten Momente

«Em Bebbi sy Jazz», sorry, ist ein irreführender Titel für diese grösste Musik-Openair-Veranstaltung. Wir haben in den letzten drei Stunden gehört: Big-Band-Sound, Brass-Band-Klänge, Rockabilly, etwas Ska, etwas Reggae und eine Band, vermutlich jazzig, die gefühlte 20 Minuten zum Einspielen brauchte.

Wir haben mitgekriegt, wie sich die Innenstadt zwischen 18.30 und 21.30 Uhr immer mehr anfühlte, als wäre irgendwo ein Ablauf verstopft (an dieser Stelle fällt uns ein Gassenhauer von Sir Francis ein, unzitierbar!).

Streuende Katzen, schwofende Panther

Und wir haben alles gesehen: Teenies und Twens, grauhaarige Männer mit Löwenmähne, ältere Damen in luftigen Sommerkleidern und beim Konzert von The Psychonauts im Schmiedenhof echt klassisch gekleidete Damen und Herren mit Jeans samt Schlag, Hosenträgern und diesen schwarz-weissen Schuhen, wie sie in den Fifties in den USA in waren. Dazu sang der Mann auf der Bühne von Stray Cats - streunenden Katzen - und der Herr am Kontrabass sass fast drauf (also auf dem Bass), und der Mann am Schlagzeug hatte kaum Haare, aber spielte einen echt satten Groove.

Als die Psychonauten eine wohlverdiente Pause einlegten, zwängten wir uns auf den rappelvollen Rümelinsplatz und machten eine Entdeckung. Heureka!

Musik bringt Masse in Bewegung

The Pedestrians aus Baden brachten die Masse in rhythmische Bewegung. Die Fussgänger - wir hörten leider, leider nur die letzten drei Songs - sind ganz grosse Klasse. Und wenn Acht- bis Achtzigjährige gleichermassen mitmachen: Was will man dann mehr? (Die Band kommt am 13.12. wieder nach Basel. Vormerken!) Eine nicht mehr ganz junge Frau sagte, sichtlich angetan, zu ihrem nicht mehr ganz jungen Mann: «Wenns au no de Alte gfallt!» Gibts ein viel besseres Kompliment?

Wir hörten aber auch «Ich brech die Herzen der stolzesten Fraun», wir hörten «Puttin’ on the Ritz», wir sahen Elisabeth Ackermann über den Marktplatz eilen, dann Anita Fetz, dann, im Innenhof des Rathauses, Carlo Conti, Conradin Cramer und andere, und ich denke, ich habe in der Menge Jutta Speidel entdeckt. Möglicherweise. Vielleicht auch eine Doppelgängerin.

Egal. Geht ja nicht um Promis und Cüpli am «Em Bebbi sy Jazz», sondern eher um Bier und Bratwurst, allenfalls um Merguez und Brot. Und vor allem um Musik.

Aber sorry, gotta go, wir nehmen jetzt noch einmal ein Auge und ein Ohr voll. Dieser Mix, mit starker Musik an jeder Ecke, ist schlicht zu gut und zu verführerisch. Wie Fasnacht, nur ein bisschen anders. Und, rein persönliche, völlig unmassgebliche, total subjektive Einschätzung: Super, gibt es nicht mehr bloss Jazz zu hören!

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