Eine Bewilligung nur für die Akten

Die Erlaubnis für das Open-Air-Kino Bruderholz kam erst einen Tag vor dem Start der Veranstaltung. Die Allmendverwaltung räumt ein, das sei «schlecht gelaufen».

Bewilligung liegen geblieben: Das Open-Air-Kino Bruderholz hat Pech gehabt.

Bewilligung liegen geblieben: Das Open-Air-Kino Bruderholz hat Pech gehabt.

Das Open-Air-Kino auf dem Bruderholz erhielt seine offizielle Bewilligung von der Allmendverwaltung per E-Mail erst 24 Stunden vor Beginn des ersten Films. Dabei wären Bewilligungen für Feste und Veranstaltungen auf öffent­lichem Raum eine feine Sache: Sie geben dem Veranstalter eines Events – zum Beispiel eines Open-Air-Kinos – die Sicherheit, nichts Verbotenes oder vergebens zu planen. Sei es der Caterer, die Werbung oder auch einfach die Infrastruktur: Die Organisation kann beginnen.

Sollte zudem jemand anderes an genau derselben Stelle ebenfalls einen Event abhalten wollen, könnte man ihn mit der schriftlich ausgestellten Bewilligung problemlos wegschicken. Wenn es etwas später als normal noch etwas lauter als normal ist und Anwohner sich stören, vielleicht gar Polizisten sich auf den Weg machen, den Unruhestifter zur Ruhe zu mahnen, ist das kein Problem: Man zeigt die Bewilligung. Ungemütlich würde es für einen Veranstalter aber, wenn der Event organisiert ist, im letzten Moment aber eine Absage käme.

Fünf Monate Abklärung

Hansjörg Wahl, der seit vielen Jahren Filme über seine aufblasbare Wanderleinwand flimmern lässt, ärgert sich über die späte Zusage der Allmendverwaltung: «Was unsere Behörden falsch verstanden haben: Sie arbeiten für uns, nicht wir für sie. Wir bezahlen sie, nicht sie uns. Aber da haben sie hier in Basel einfach umgeschaltet.» Die Bewilligung hat einen letzten – wird sie zu spät ausgestellt, gar einzigen – Zweck: die kantonalen Akten. «Die Allmendverwaltung stellt die Bewilligungen ja nicht nur für den Antragsteller aus, sondern auch für sich. Für die Akten», so Marc Keller, Mediensprecher des Bau- und Verkehrsdepartements. Finde ein ähnlicher oder gar der gleiche Event im nächsten Jahr wieder statt, könne die Verwaltung für die neue Bewilligung einfach die letztjährige Akte zurate ziehen. Die Bewilligung sollte dann im Nu ausgestellt sein.

Das Open-Air-Kino fand zum elften Mal auf dem Bruderholz statt. Die Akten hätten da sein müssen. Dennoch dauerten ihre Konsultation und die weiteren Abklärungen ganze fünf Monate: Veranstalter Balz Briner reichte seine Anfrage am 26. April ein. «Die Bearbeitung dauert bei einem kleinen Event etwa einen Monat», sagt Keller. Spieltage waren der Freitag, 21. August, und der darauffolgende Samstag. Am Donnerstag erhielt Briner per E-Mail eine provisorische Bewilligung. Auf dem Postweg traf die provisorische Bewilligung am Freitag, die definitive Bewilligung am Samstag ein. Also an den Spieltagen.

500 Anfragen pro Jahr

«So lange sollte das nicht dauern», sagt Keller. Das sei schon etwas schlecht gelaufen. «Der Allmendverwaltung ist ein Fehler passiert – bei 500 ähnlichen Anfragen pro Jahr können hie und da Verzögerungen und Pannen passieren.» Das sei keine Entschuldigung, die Allmendverwaltung sei sich durchaus bewusst, in diesem Falle einen Fehler gemacht zu haben.

Allerdings ist es laut Keller keine Seltenheit, dass die Bewilligung knapp oder zu spät ausgestellt werde: «Wir geben den Veranstaltern telefonisch grünes Licht, damit sie planen können. Eine Bewilligung stellen wir erst aus, wenn alle relevanten Informationen stimmen. Sonst hat das keinen Sinn.» Manchmal sei ein Stand noch falsch eingeplant oder ein Kabel nicht richtig geführt. Probleme habe es wegen der späten Zustellung aber noch nie gegeben. «Mir ist kein Fall bekannt, bei dem ein Veranstalter seinen Event absagte, weil er nicht früh genug eine schrift­liche Bewilligung von uns erhalten hat», sagt Keller. «Wir hätten unseren Event auch durchgeführt, wenn wir in letzter Sekunde eine Absage erhalten hätten», sagt Wahl dazu.

Basler Zeitung

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