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Ein perfekter Fussballabend «last minute»

Beim Public Viewing fieberten viele Fans mit der Schweizer Nationalmannschaft mit und mussten beim Ausfall der Bildschrime improvisieren.

Grosses ­Wohnzimmer: Vor der Querfeldhalle verfolgen die Leute das Spiel entspannt auf ­TV-Bildschirmen. Drinnen wird der Match auf einer Grossleinwand gezeigt.
Grosses ­Wohnzimmer: Vor der Querfeldhalle verfolgen die Leute das Spiel entspannt auf ­TV-Bildschirmen. Drinnen wird der Match auf einer Grossleinwand gezeigt.
Nicole Pont
Banges Warten: In «Nachbars Garten» bei der Kuppel hoffen die Fans auf einen Sieg.
Banges Warten: In «Nachbars Garten» bei der Kuppel hoffen die Fans auf einen Sieg.
Nicole Pont
wo dann 90 Minuten lang Spannung, Bangen und kühles Bier angesagt war.
wo dann 90 Minuten lang Spannung, Bangen und kühles Bier angesagt war.
Nicole Pont
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Die BaZ hat das Spiel der Schweizer Nati gestern Abend an drei unterschiedlichen Public Viewings verfolgt und die Stimmung während über 90 Minuten eingefangen.

17.30 Uhr: Franca und Elsbeth holen kurz Luft. Dann fangen sie an zu jodeln, drei Lieder sind es insgesamt. Sie ernten vom Publikum grossen Applaus. Der Hinterhof hat die beiden Jodlerinnen vom Feldegg-Chörli Schönbühl als Special Act für die Partie der Schweizer Nati organisiert. Die Frauen sind angetan von der Stimmung im Hinterhof, Franca strahlt über beide Ohren: «Das war jetzt unheimlich schön, die Loca­tion ist so charmant», sagt die Bernerin. Am liebsten würde sie das Spiel hier verfolgen, meint sie, und sich von der Stimmung mitreissen lassen. «Aber wir sind von unserem Chauffeur abhängig.»

Je näher der Anpfiff rückt, desto mehr füllt sich der Hinterhof. Auch der gedeckte Aussenbereich ist bereits voll, es gibt mehrere Screens, insgesamt drei Bars und zwei Grossleinwände. Neben einer Panini-Wand mit ehemaligen Fussballgrössen aus aller Welt, zeigt der Hinterhof im Keller auch eine Ausstellung zu Brasilien mit Video-Streams. Sie sollen die Kontroversen des Landes aufzeigen, einmal die schönen Strände, die Lebensfreude der Menschen und die Samba-Rhythmen. Aber auch die Armut, die Kriminalität und die Korrup­tion im Land.

Die Hinterhof-Terrasse hat während den Spieltagen ebenfalls geöffnet, allerdings sind dort bewusst keine Bildschirme installiert. Sie wurde quasi zur fussballfreien Zone erklärt.

18.25: Wir ziehen weiter ins Gundeli, in die Querfeldhalle. Im Innenbereich wird das Spiel auf einer Grossleinwand gezeigt, die Leute sitzen auf Holzstühlen und verfolgen gebannt den Match, es herrscht Stille.

Draussen sitzen ebenfalls Fussballfans und verfolgen das Spiel auf zwei TV-Bildschirmen. Die Stimmung ist locker, man plaudert zusammen und verköstigt sich an der Bar oder am Grillstand. Nach dem Treffer der Ecuadorianer wirds ruhiger, die Laune der Besucher sinkt schnell in den Keller. Barchef Luca Ris bezeichnet die Querfeldhalle als grosses Wohnzimmer, wo sich die Leute aus dem Quartier treffen, um Spiele gemeinsam zu schauen. Mit dem Abend sei er bis anhin zufrieden. «Wir haben um die 250 Leute hier», sagt er. 120 bis 150 Liter Bier würden pro Abend ausgeschenkt. An der Bar gibt es aber auch Caipirinhas, Softgetränke und Weine.

19.00: Pünktlich zur zweiten Halbzeit kommen wir in «Nachbars Garten» beim Nachtigallenwäldeli an. Das Areal ist voller Leute, die sich in Liegestühlen, auf dem Boden sitzend oder auf Palettenmöbeln das Spiel ansehen. Die Kuppel-Crew hat insgesamt fünf Bildschirme und drei Beamer installiert. An der Aussenbar wird ein Bier nach dem anderen ausgeschenkt. In der Kuppel wird das Spiel auch gezeigt, auf einer Leinwand. Es bricht grosser Jubel aus, als die Schweizer das Ausgleichstor schiessen. Nun kochen die Emotionen hoch. Fouls werden ausgebuht, bei Chancen geht ein grosses Raunen durch die Menge. Die Stimmung steigt, ist ausgelassen.

Dann der Tiefpunkt: Gut eine Viertelstunde vor Schluss werden die Bildschirme plötzlich schwarz, die Technik streikt. Die Leute zücken ihre Handys und verfolgen das Spiel auf kleinen Bildschirmen. Andere ziehen genervt von dannen. Einer fordert Freibier für alle. Steffi Klär von der Kuppel: «Auch für uns war das ein Schock. Aber toll, wie die Leute reagiert und sich arrangiert haben.» So brach dann auch erneut Jubel aus, als die Schweizer in der 93. Minute den Siegestreffer schossen. Und plötzlich war die Welt wieder in Ordnung.

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