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Ein bewegtes Leben

Er wurde als Iraner geboren und starb als Basler. Heute wird der 115-jährige Djafar Behbahanian zu Grabe getragen.

Ein Bild aus früheren Tagen: Am 14. Dezember 2012 feierte Djafar Behbahanian seinen 110. Geburtstag. Der damalige Regierungspraesident Guy Morin und seine Weibelin Krystyna Kuczynski gratulierten ihm.
Ein Bild aus früheren Tagen: Am 14. Dezember 2012 feierte Djafar Behbahanian seinen 110. Geburtstag. Der damalige Regierungspraesident Guy Morin und seine Weibelin Krystyna Kuczynski gratulierten ihm.
Tim Loosli

Heute wird auf dem Friedhof Hörnli der älteste Einwohner der Schweiz zu Grabe getragen. Am Samstag ist Djafar Behbahanian im Alter von 115 Jahren verstorben.

Als einer der wohl ältesten lebenden Menschen der Welt wurde Djafar Behbahanian immer wieder von Zeitungen interviewt, auch von der Basler Zeitung. Was in jedem einzelnen dieser Artikel auffällt, waren die Energie, der wache Verstand und die Lebenlust des damals auch schon weit über 100-Jährigen. Noch vor vier Monaten erzählte er der Coopzeitung, dass er gerne noch auf eine Schiffsreise nach Frankfurt oder zum Kuren nach Bad Ragaz gehen wolle.

Djafar Behbahanian kam am 14. Dezember 1902 in einer Kleinstadt im Süden Persiens, dem heutigen Iran, zur Welt und hat eine äusserst bewegte Lebensgeschichte. Sein Vater schickte ihn in den Libanon, um in Beirut an der amerikanischen Universität Wirtschaft zu studieren. Doch das Geld reichte nicht aus, und Behbahanian musste zurück nach Persien. Dort nahm sein Leben eine ungewöhnliche Wende. Er wurde an den königlichen Hof berufen, um den unermesslichen Privatbesitz des letzten Shahs, Reza Pahlavi, zu verwalten. Von 1967 bis 1978 war er Vizehofminister. Aus jener Zeit stammen Fotos, die Djafar Behbahanian neben der damals jungen englischen Königin, der ehemaligen Premierministerin Margaret Thatcher oder mit Soraya und Farah Diba, der zweiten beziehungsweise dritten Ehefrau des Shahs, zeigen. In seiner Funktion reiste Djafar Behbahanian um die ganze Welt. So lernte er auch seine spätere zweite Frau Doris kennen, die als Korrespondentin arbeitete und 36 Jahre jünger ist als er.

Ehefrau hielt ihn auf Trab

Als 1978 die islamische Revolution ausbrach, änderte sich Djafar Behbahanians leben radikal. Er flüchtete in die Schweiz, und das Ehepaar liess sich in Basel nieder. Die Stadt Basel lobte der mittlerweile Staatenlose stets in den höchsten Tönen: «Basel, ich bin Basler! Basel ist meine geliebte Stadt», sagte er beispielsweise anlässlich seines 109. Geburtstag auf Englisch. Deutsch hat Behbahanian nie gelernt: «Mit 75 ging das nicht mehr», sagte seine Frau.

Im Internet gibt es Foren, in denen darüber debattiert wird, ob Behbahanian tatsächlich so alt ist. Der 115-Jährige hätte ihnen wohl in einem zugestimmt: «Ich bin nicht alt, ich bin jung geblieben», sagte er fast in jedem Interview, wenn er darauf angesprochen wurde, wie er es geschafft habe, so alt zu werden. Seine Langlebigkeit schloss er auf mehrere Faktoren. Eine aktive Ehefrau, die ihn stets auf Trab hielt, kein Tabak, kein Alkohol, viel Sport und eine salz- und zuckerarme Ernährung – wobei er sich nach dem Mittagessen gerne ein Stück Erdbeertorte und zwei, drei Datteln gönnte. Und dann gab es noch etwas, was er in diesem Zusammenhang immer erwähnte: «Ich fühle mich gut, weil ich nur an die guten Dinge denke.»

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