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Grosse Bescherung für die Uni Basel

Gleich zwei von nur sechs Projekten, die der Bund unterstützt, kommen aus Basel. Es geht um Antibiotikaresistenz und Quantencomputer.

An der Uni Basel wird künftig an zwei nationalen Forschungsschwerpunkten zum Thema Antibiotikaresistenz und Quantencomputing gearbeitet. Foto: Christian Flierl (Universität Basel)
An der Uni Basel wird künftig an zwei nationalen Forschungsschwerpunkten zum Thema Antibiotikaresistenz und Quantencomputing gearbeitet. Foto: Christian Flierl (Universität Basel)

Für Andrea Schenker-Wicki, Rektorin der Universität Basel, ist jetzt schon Weihnachten. Denn die Uni hat bei der Vergabe von Nationalen Forschungsschwerpunkten (NFS) durch den Bund gross abgeräumt: Zwei von sechs Projekten, die der Bund im Rahmen der fünften Serie vergeben hat, sind Projekte der Universität Basel.

«Wir freuen uns mega», sagte Schenker-Wicki am Montag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz. «Ein Drittel der Projekte geht nach Basel. Das gab es noch nie.» Sie sei «unglaublich stolz auf unsere Forscherinnen und Forscher, die das geschafft haben».

Damit fliessen nun 34Millionen von insgesamt 100Millionen Franken, die der Bund im Rahmen des Nationalfonds für die NFS vergibt, nach Basel. Und das ist nur die Unterstützung für die Jahre 2020 bis 2023. Laufen die Projekte gut, winkt eine zweimalige Verlängerung um je vier Jahre, mit entsprechend zusätzlichen Mitteln.

Tausende Tote

Das erste Basler Projekt, das zum Zug kommt, ist die Suche nach neuen Antibiotika. Weltweit nimmt das Problem, dass Bakterien resistent gegen alle bekannten Antibiotika werden, immer gravierendere Formen an. Antibiotikaresistenzen kosten jährlich viele Tausende Menschen das Leben.

Das Programm «Antiresist» unter der Leitung von Christoph Dehio, Professor am Basler Biozentrum, will hier für Abhilfe sorgen – mit dem Ansatz, das Verhalten von Bakterien nicht einfach im Labor, sondern innerhalb des menschlichen Gewebes zu erforschen. Beteiligt sind Forscher der Basler Departemente Biozentrum und Biomedizin sowie des Universitätsspitals Basel und des Departements für Biosysteme der ETH Zürich in Basel.

Beim zweiten erfolgreichen Projekt geht es um den Bau einer Generation von Computern, die viel leistungsfähiger als bisherige sind. Sogenannte Quantencomputer arbeiten an der Grenze der physikalisch möglichen Leistung. Das Programm «Spin» wird von Richard Warburton vom Departement Physik geleitet. Die Uni arbeitet hier mit IBM Research in Zürich zusammen. Ziel ist es, eine besonders gut skalierbare Technologie zu entwickeln, die auf Silizium beruht.

Torsten Schwede, Leiter Forschung an der Universität Basel, betonte, dass die beiden Basler Projekte, die nun von Bundesgeld profitieren können, nicht nur wissenschaftlich von hoher Qualität seien. «Sie wollen auch etwas erreichen, was eine hohe gesellschaftliche Bedeutung hat.» Die Suche nach neuen Antibiotika zur Bekämpfung von Resistenzen sei auch eine gesellschaftliche Herausforderung. Ebenso gehe es bei der Entwicklung von Quantencomputern um die Bereitstellung einer Technologie, mit der die digitale Revolution der Zukunft ermöglicht werden soll.

Es gehe der Uni Basel aber nicht nur darum, am Ende neue Antibiotika beziehungsweise einen Quantencomputer entwickelt zu haben, betonte Schwede: «Auf dem Weg dorthin werden wir viele Nachwuchswissenschaftler ausbilden, die in vielen anderen Bereichen für die Region Basel einsetzbar sein werden.» Denn der «Hightechstandort Basel» dürfe seinen Nachwuchs nicht vernachlässigen.

Vorsortierte Projekte

Die Universität Basel ging bei der Eingabe von möglichen Forschungsprojekten anders vor als die meisten Hochschulen: Sie sortierte die infrage kommenden Programme schon auf Stufe Departemente aus und beschränkte sich darauf, dem Bund zwei Projekte vorzuschlagen. Andere Universitäten übermittelten eine Auswahlsendung, denn der Bund hatte insgesamt unter 54Eingaben zu entscheiden. Zwei Vorschläge, beide erfolgreich: Rektorin Schenker-Wicki freute sich über die «hundertprozentige Trefferquote».

Bildungsminister Guy Parmelin stellte ebenfalls am Montag an einer Medienkonferenz alle sechs Projekte vor, die nun als Nationale Forschungsschwerpunkte zum Zug kommen. Unterstützt werden nebst den Basler Projekten je ein Programm im Bereich Automation intelligenter Systeme und im Bereich Evolution der Sprache. Weiter fördert der Bund ein Programm zur Untersuchung der Interaktion von Mikroorganismen sowie ein Grundlagenforschungsprogramm in nachhaltiger Chemie.

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