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Die typische Basler Beiz

Wer geht in den McDonald's, wenn doch das kultige Gifthüttli eine so gute Küche vorzuweisen hat? Und woher hat die berühmte Bier- und Weinstube eigentlich ihren Namen?

Das Restaurant Gifthüttli in der Basler Altstadt ist bekannt für seine Cordon-bleu-Variationen.
Das Restaurant Gifthüttli in der Basler Altstadt ist bekannt für seine Cordon-bleu-Variationen.
Nicole Pont

Über hundert Jahre ist es her, seit der Wirt des Gasthauses «Zum Ritter St. Georg», Innocenz Weiss, als Erster in der Stadt auch Bier ausschenkte. Ursprünglich gab es in den traditionellen Basler Lokalen nur Wein. In der damaligen Zeitung «Basler Nachrichten» erschien ein Artikel, in dem das Bier, das man nicht direkt beim Brauer trinkt, als Gift bezeichnet wird. Daraufhin änderte der selbstbewusste Wirt den Namen seiner Beiz in «Gifthüttli».

Ein Jahrhundert später zählt die Bier- und Weinstube an der Schneidergasse 11 zu den beliebtesten Lokalen der Stadt. Als wir nach dem fulminanten FCB-Sieg gegen Bern im 14er-Trämli Richtung Altstadt fahren, knurren die Bäuche wie wild. Voller Vorfreude steigen wir beim Marktplatz aus. Durch die Stadthausgasse, wo der rote Handschuh der Ganterie Friedlin immer noch die Fassaden ziert, biegen wir in die Schneidergasse ein, in der das altehrwürdige Gifthüttli steht.

Vor der Beiz herrscht in diesen Tagen eine sehr angenehme Atmosphäre. Der Aussenbereich ist weihnachtlich geschmückt und lädt zum Verbleib ein. Innen fällt einem sofort der grünliche Kachelofen auf, der von den Tischen und Stühlen umringt wird. Die hölzernen Wände und Decken erinnern an einen Bau aus dem letzten Jahrhundert. An einigen Stellen sind Trinksprüche aus früheren Zeiten eingraviert: «Die Stube kalt, das Bier zu warm, das ist ein Wirt, dass Gott erbarm.»

Über das Leben philosophieren

Sogleich zeigt uns ein aufgestellter Kellner unseren Tisch und bringt die Speisekarte. Die Gerichte werden ausser auf Deutsch auch auf Baseldytsch angeboten. Die gutbürgerliche Küche bietet einen Mix aus kulinarischen und saisonalen Spezialitäten an. Dazu zählt das Cordon bleu, das für viele Basler die Nummer eins der Stadt ist. Auch wir wollen uns nicht lumpen lassen. Doch zuerst lassen wir uns einen gemischten Salat mit italienischer Sauce (12.50 Fr.) munden. Die Stimmung im vollen Gifthüttli ist hervorragend. Man kann gar nicht anders, als mit einem Bier über das Leben zu philosophieren. Zum Cordon bleu gibt es «Pomfryt» (6 Fr.).

Zur Hauptspeise geniessen wir ausserdem ein Glas Rotwein aus der Flasche Primitivo Merlot Tarantino (7 Fr.). Unsere anfängliche Begeisterung wird nicht enttäuscht. Das Cordon bleu classique, «gfillt mit Vorderschungge und Kääs», (34 Fr.) schmeckt ausserordentlich gut. Normalerweise folgt nach dem Hauptgang noch ein Dessert, aber wir schaffen nur noch einen Espresso. Auch diesen bringt die – hier ausdrücklich hervorzuhebende – nette und humorvolle Bedienung sofort.

Schliesslich begeben wir uns auf den Heimweg und sprechen an diesem Sonntagabend, anstatt über einen geschichtsträchtigen FCB-­Erfolg, über die typische Basler Beiz im Herzen der Stadt.

Restaurant Gifthüttli, Basel. Öffnungszeiten: Täglich von 9.30–23.00 Uhr, Warme Küche von 11.30–22.00 Uhr, www.gifthuettli.ch

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