«Die Roger-Federer-Arena ist leider kein Selbstläufer»

Martina Bernasconi gibt sich bezüglich der Initiative für die Umbenennung der St. Jakobs-Halle selbstkritisch. Die FDP-Grossrätin ist dennoch zuversichtlich, dass die Unterschriften zusammen kommen.

Roger Federer während der Swiss Indoors 2018 in der St. Jakobs-Halle.

Roger Federer während der Swiss Indoors 2018 in der St. Jakobs-Halle.

(Bild: Keystone)

Martin Regenass

Es ist für die Initianten eine klebrige und zähe Angelegenheit, die fliesst wie Harz: Die Unterschriftensammlung für die Umbenennung der St. Jakobs-Halle in «Roger-Federer-Arena» kommt nicht vom Fleck. Wie die Initianten um FDP-Grossrätin Martina Bernasconi und Hans Furer gegenüber SRF angaben, seien aktuell erst 700 von 3000 Unterschriften für die Umbenennung der Eventhalle im Trockenen. «Die Sammlung der Unterschriften stellt sich als schwieriger heraus, als dass wir es uns vorgestellt haben. Die Roger-Federer-Arena ist leider kein Selbstläufer», sagt Bernasconi gegenüber der BaZ.

Jede gesammelte Unterschrift sei mit Knochenarbeit verbunden, sagt Bernasconi. Sie spricht aus eigener Erfahrung, die aus dreimal Sammeln auf dem Barfüsserplatz und zweimal die Leute an einem FCB-Match ansprechen besteht. «Die Leute sind gegenüber unserem Anliegen geteilter Meinung. Die einen sagen, dass Federer ja noch nicht tot sei, oder finden die Umbenennung der St. Jakobs-Halle zu wenig wichtig.» Bernasconi bemerkt bei den Baslerinnen und Basler auch den Faktor Neid, der sie an einer Unterschrift für die Initiative hindere. «Die Leute mögen es ihm nicht gönnen, weil er Millionen verdient und sie erst noch nicht in Basel versteuert.»

Ein Basler Phänomen

Zudem sei es nicht üblich, einem noch lebenden Bekannten ein Denkmal zu errichten. Dass dies ein Grund für die harzende Sammlung der Unterschriften sei, bezeichnet Bernasconi als ein baslerisches Phänomen. «In Biel haben sie ja auch eine Strasse nach Roger Federer benannt. Daher kann von schweizerischer Reserviertheit nicht die Rede sein.»

Eigentlich wollten die Initianten die Unterschriften bis im Oktober zusammen haben. Dann finden die Swiss Indoors in der St. Jakobs-Halle statt und die Initianten hätten Roger Federer die Ehre kundtun können. Dass es soweit kommt, daran zweifelt Bernasconi stark. «Es müsste ein Wunder passieren, dass wir bis in drei Monaten die 3000 Unterschriften bereit hätten. Ich verliere den Glauben daran aber nicht.»

Die Initianten, die neben ihren Berufen und der Politik nicht ständig auf der Strasse stehen können um die Unterschriften zu sammeln, setzen ihre Hoffnung nun auf das Internet. «Dort liegen Bogen bereit, welche die Leute herunterladen und in ihrem Bekanntenkreis zum Unterschreiben geben können.» Zudem sollen gemäss Bernasconi vereinzelt noch mehr Studenten eingesetzt werden, welche auf der Strasse die Leute ansprechen und die nötigen Unterschriften sammeln. Flächendeckend könne das aber nicht passieren. Bernasconi: «Wir haben hochgerechnet, dass das uns zu viel Geld kosten würde.»

Regierung und Parlament opponieren

Die Volksinitiative ist notwendig, weil politische Vorstösse für die Umbenennung der St. Jakobs-Halle in «Roger-Federer-Arena» im Parlament gescheitert sind. Zudem zeigt sich die Regierung zusammen mit der Nomenklaturkommission zur Änderung der Namen von Plätzen, Gebäuden oder Strassen nicht bereit, die Halle umzubenennen. Dies geht auf den Grundsatz zurück, dass in beiden Basel keine Strassen oder Plätze nach Persönlichkeiten benannt werden, die noch am Leben sind. Diese Bestimmung dient zur Absicherung, dass nicht plötzlich bei Lebenden Personen noch Skandale ans Licht kommen und eine Strasse oder ein Platz dann wieder umbenannt werden müsste. Bernasconi dazu: «Ich habe nicht das Gefühl, dass dies bei Roger passieren würde.»

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