Zum Hauptinhalt springen

Dialekt soll im Kindsgi Erstsprache bleiben

Die Basler Interessengemeinschaft Dialekt fordert, dass Mundart im Kindergarten Erstsprache bleibt. Im Kanton Baselland bereitet man offenbar eine Initiative vor. In Zürich ist sie bereits lanciert.

Baseldeutsch-Papst Rudolf Suter bricht eine Lanze für den Dialekt als Erstsprache im Kindergarten.

Seit Beginn des neuen Schuljahrs wird in 30 Basler Kindergärten Hochdeutsch gesprochen. Ob die Schriftsprache definitiv eingeführt wird, soll nach der Evaluation des Pilotprojekts im Dezember entschieden werden. In Baselland ist Hochdeutsch im Kindsgi bereits heute Pflicht.

«Der Dialekt ist nicht das Problem»

Im Zunftsaal des Restaurant Löwenzorn versammelten sich die Dialekt-Befürworter, die sich in der Basler Interessengemeinschaft Dialekt zusammengeschlossen haben. Jost Müller Vernier, Co-Präsident der IG, kritisierte die erste Pisa-Studie als zweifelhafte Grundlage für die Einführung des Hochdeutsch-Obligatoriums.

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

Die IG fordert, dass der Dialekt im Kindergarten die Erstsprache bleiben soll. Hochdeutsch soll in definierten Fenstern gepflegt werden. Dazu sollen stufengerechte und integrationsspezifische Bildungsziele formuliert und die Lehrpersonen in Dialektdidaktik ausgebildet werden. Auch in der Schule soll der Dialekt nicht ganz verschwinden, zudem soll er ausserhalb des Unterrichts die Regel sein.

Baselbieter Initative in Planung?

Zu Gast waren auch zwei Mitinitianten der kantonalzürcherischen Volksinitiative «Ja zur Mundart im Kindergarten». Selten sei es so einfach gewesen, die Unterschriften für ein Volksbegehren zusammen zu bekommen, berichtete der Zürcher Lehrer und EVP-Kantonsrat Thomas Ziegler. Ziegler ermunterte die Basler, dem Zürcher Beispiel zu folgen. Die IG will aber vorerst abwarten, wie die Evaluation des Pilotprojekts ausfällt. Hingegen scheint sich im Baselbiet eine Initiative anzubahnen, wie Ziegler verriet.

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

Ein prominenter Befürworter der Beibehaltung des Dialekts als Erstsprache im Kindergarten ist Rudolf Suter. «Die Mundart ist die mündliche Umgangssprache aller Volksschichten, vom Hilfsarbeiter bis zum Magistrat oder Professor», sagt der Verfasser zweier Baseldeutsch-Bibeln. «Daher liegt es auf der Hand, dass die Mundart von frühester Jugend an vermittelt werden muss.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch