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Der Überfluss an Basler Gymnasiasten

Es ist Zeit für eine deutliche Kurs­korrektur, die Zahl der Gymnasiasten in Basel-Stadt muss drastisch abnehmen.

Die Zauberformel hiess einmal: Ein Drittel Gymnasiasten, ein Drittel Mittelschüler und ein Drittel Lehrlinge (Symbolbild).
Die Zauberformel hiess einmal: Ein Drittel Gymnasiasten, ein Drittel Mittelschüler und ein Drittel Lehrlinge (Symbolbild).
Keystone

Letzte Woche hat sich die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) doch noch durchgerungen, die Ergebnisse des ersten nationalen Schulvergleichs zu veröffentlichen. In diesem Test wurden die Grundkompetenzen in Mathematik (Neuntklässler) und Sprache (Sechstklässler) von über 20000 Schülern untersucht.

Das Ergebnis ist beunruhigend; in ­Mathematik waren nur sechs von zehn Schülern genügend. «Katastrophal», wie es die NZZ nannte, waren die Resultate gar in Basel-Stadt, wo nur 43,5 Prozent genügend waren. Auch in den Sprachen gehörte Basel zu den schlechtesten Kantonen.

Nun gibt es Kritiker, die sagen, dass die Tests, die bereits 2016 (Mathematik) und 2017 (Sprache) durchgeführt worden sind, zu schwer waren, wie die «SonntagsZeitung» berichtet – anstatt Minimalanforderungen wurden die Aufgaben auf «durchschnittliche» Schüler ausgelegt. Selbst unter dieser Berücksichtigung bleibt das Basler Abschneiden miserabel. Besonders störend wirkt dabei die Tatsache, dass bei uns viel zu viele Kinder ins Gymnasium gehen.

Die Quote ist die höchste im ganzen Land. Im letzten Jahr wechselten 44,7 Prozent von 1376 Schülern nach der obligatorischen Schulzeit in ein Gymnasium. 2016 waren es gut 35 Prozent, was in einem leistungsschwachen Kanton immer noch ein sehr hoher, eigentlich zu hoher Wert ist. Die Schulharmonisierung hat diese Zahl nun nochmals stark ansteigen lassen.

Hohe Jugendarbeitslosigkeit

Das Erziehungsdepartement hat dieses Problem erkannt, durchaus selbstkritisch Fehler zuge­geben, aber mit einer raschen Verschärfung ist weiter nicht zu rechnen. Es gibt sogar Lehrer, die sagen, dass die Zahl der Übertritte ins Gymnasium auf über 50 Prozent ansteigen wird.

Das sind Zahlen, die einen in einem südeuropäischen Land wähnen lassen, wo eine klare Mehrheit den jeweils höchsten Schulabschluss holt. Nur ist es so, dass dies die Jugendarbeits­losigkeit in die Höhe schiessen lässt, viel zu viele Akademiker ausgebildet werden. Ein Erfolgsrezept ist das erwiesenermassen nicht. Ganz anders die Schweiz.

Wir haben ein System etabliert, das funktioniert. Ursprünglich hiess die Zauberformel einmal: Ein Drittel Gymnasiasten, ein Drittel Mittelschüler und ein Drittel Lehrlinge. Warum wollen wir diesen so ­erfolgreichen Weg, um den uns die halbe Welt beneidet, nur verlassen?

Es ist Zeit für eine deutliche Kurs­korrektur, die Zahl der Gymnasiasten in Basel-Stadt muss drastisch abnehmen. Die neusten Zahlen lassen gar keinen anderen Schluss zu.

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