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«Der Kanton bedankt sich bei der Armee»

Die Basler Sanität war am Rande ihrer Einsatzfähigkeit und erhielt Unterstützung der Armee. Nun wird die Zahl der Soldaten in Basel sogar verdoppelt.

Mitarbeiter der Sanität Basel und Soldaten stehen vor  ihren Einsatzfahrzeugen.
Mitarbeiter der Sanität Basel und Soldaten stehen vor ihren Einsatzfahrzeugen.
Keystone

Ein aussergewöhnliches Bild: Basler Sanitäter stehen vor einem Militär-Krankenwagen, Schweizer Soldaten stehen vor einem Basler Krankenwagen und posieren für die Fotografen der Presse. Die Truppe ist da- und sie ist willkommen. «Ich bedanke mich im Namen des Kantons Basel-Stadt bei der Armee», sagt Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) im Innenhof der Rettung Basel-Stadt und wendet sich dem Kommandanten des Spitalbataillons 5, Oberstleutnant Beat Kopp, zu. «Leider darf ich Ihnen nicht die Basler Beizenkultur vorstellen. Aber wir sind ja auch nicht hier, um uns zu amüsieren, sondern um zu arbeiten», sagt Engelberger. Gearbeitet wird beim Spitalbataillon 5 schon seit dem Donnerstag. Die Truppe half bei der Verlegung von Patienten im Baselbiet. Nun ist sie in der Stadt im Einsatz.

Am Mittwochmorgen wurde das Detachement vorgestellt, das die Rettung Basel-Stadt entlasten soll. Momentan sind sechs Soldaten mit zwei Krankenwagen der Armee im Einsatz. Diese Entlastung ist wichtig für die Basler Sanität, um die normale Tagesstruktur aufrecht erhalten zu können. «Normalerweise haben wir zwischen 55 und 60 Einsätze täglich. Während der Coronakrise können es aber bis zu 90 werden», sagt Martin Gabi, Leiter der Sanität. Dies habe zu einer Überbelastung der Sanität geführt.

«Wir waren am Rande unserer Einsatzbereitschaft. Ich bedanke mich deshalb für den schnellen und unbürokratischen Einsatz der Truppe», so Gabi. Damit die Sanität weiter funktionieren kann, wird das Basler Armee-Detachement auf Ende Woche sogar noch verdoppelt. Somit stehen im Schichtbetrieb ab Freitag zwölf Soldaten mit vier Krankenwagen im Dauereinsatz.

«Ich bin Ihnen sehr dankbar»

«Normalerweise habe ich als Militärdirektor nur in Übungen mit der Armee zu tun, aber nun gilt es ernst», sagt Baschi Dürr (FDP). «Im Ernstfall müssten unsere Spitäler und Sanitäter die Armee unterstützen. Nun ist es umgekehrt. Nun sind die Ärzte die Kombattanten und die Soldaten die Helfer», so Dürr. Auch Regierungsrat Baschi Dürr ist voll des Dankes für die Armee: «Ich bin Ihnen sehr dankbar», sagt er an Oberstleutnant Kopp gerichtet, «denn unsere Fahrzeuge rollen zurzeit nonstop.»

Bei den Soldaten, die in der Stadt im Einsatz sind, handelt es sich um ausgebildete Armeesanitäter, die über die entsprechende militärische Ausbildung verfügen und noch zusätzlich für den Assistenzdienst ausgebildet wurden. Es handelt sich dabei um keine Soldaten, die auch im Zivilen als Sanitäter tätig wären. So fehlt in der Schweiz nicht zusätzliches Personal. Wie lange Basel-Stadt auf die Armee angewiesen sein wird, hängt von Verlauf der Coronakrise ab.

Feldgrau fährt mit

Auch im Baselbiet helfen die Bürger in Uniform im Gesundheitswesen kräftig mit. Am Montag sind 90 Angehörige des Spitalbataillons 66 in Liestal eingerückt und unterstützen seit Dienstag die Spitäler, wie es in einer Mitteilung des Baselbieter Krisenstabs heisst.«Die Angehörigen des Spitalbataillons 66 wurden am Montag in der Kaserne Liestal offiziell durch den Gesundheitsdirektor Thomas Weber im Namen des Regierungsrats und der Bevölkerung begrüsst.» Dieses wird dann auch das Spitalbataillon 5 in Basel ablösen, das in der Südschweiz aushelfen wird.

Zwei Soldaten zeigen der Presse den Innenraum ihres Wagens, zwei Basler Sanitäter tun dasselbe. Grosse Unterschiede gibt es nicht. Letztlich ist es nur die Farbe. Feldgrau fährt jetzt auch mit.

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7 Kommentare
    Ronnie König

    Das neoliberale Credo heisst und hiess sparen, nicht neu denken, also haben wir in so vielen Fragen Mängel gesehen. Weit entfernt von lomardischen Dramen und Notfall braucht es bereits das Militär? Man sagt Erfolgsmodellschweiz, aber ausser der Wirtschaft zu Hilfe rennen sehe ich leider sehr wenig wenn es um die Menschen geht in diesem Land. Auch jetzt heisst es unbürokratisch Hilfe, aber genauer hingesehen sehe ich noch lange nach der Krise eine kleinere Krise, und zwar bei KMUs und Freischaffenden. Man lobt sie in Sonntagsreden, aber nun wird nix wirklich für die getan, denn wo man Multis mit Steuern entgegen kommt, da darf KMU und Freischaffender wohl noch lange bluten. Bund und Politik sehen das erfahrungsgemäss anders, aber ich verlasse mich auf die bisherige Erfahrung. Aber wir stehen viel besser da wie zB 900 Mio. Inder aktuell oder Chinesen in Hubei, Afrikaner. Kleiner Trost im "reichsten und besten Land" der Welt.