Der Himmel beweint das Fasnachtsende

Eine grosse Menschenmenge drängte sich am Nachmittag erneut in der Innenstadt, um den Cortège mitzuerleben. Dann setzte nach und nach Regen ein.

Die Pfyffer- und Tambouregruppe der Basler Zyschtigs-Gsellschaft am Cortège am Mittwochnachmittag.

Die Pfyffer- und Tambouregruppe der Basler Zyschtigs-Gsellschaft am Cortège am Mittwochnachmittag.

(Bild: Henry Muchenberger)

Dass der Himmel am dritten Fasnachtstag grau blieb, tat dem Anlass keinen Abbruch. Zwar leuchteten die Farben der Kostüme und Laternen nicht mehr so wie an den beiden sonnigen, milden Tagen zuvor. Doch der Regen erreichte Basel am Mittwoch erst in den späten Nachmittagsstunden.

482 Gruppierungen waren beim Fasnachts-Comité für die Fasnacht 2011 angemeldet, und diese bot eine breite Sujetpalette. Es gab kein dominantes Thema, doch zahlreich waren die politischen Sujets vom der Öl-Desaster im Golf von Mexiko über die Griechenland-Krise oder Probleme der katholischen Kirche mit ihrer Sexualmoral bis hin zu braunen Tendenzen in Europa.

Auch die Frauenmehrheit im Bundesrat, der Wirbel um die «Basler Zeitung» (BaZ) oder der neue Basler Regierungspräsident zählten dazu. Ähnlich sah's bei den Schnitzelbänklern aus, die aber auch etwa um den Prozess gegen Wetterfrosch Kachelmann, das vom Papst gelockerte Kondomverbot oder den Nati-Rücktritt von Alex Frei aufgriffen.

Am Cortège fielen etliche eindrucksvoll gestaltete Cliquenzüge auf. Unter den kunstvoll gemalten Laternen fanden sich zudem einige mit neuen, eigenwilligen Formen. Und Pfeifer und Tambouren wie auch Guggenmusiken glänzten mit ihrem musikalischen Auftritt, die Mehrheit der «Gugge» mit etwas schräg gespieltem Big-Band-Sound.

Viel zu tun für Einsatzkräfte und Reinigung

Zu tun hatten Polizei, Sanität und Feuerwehr. Gegenüber früher gebe es eine leichte Zunahme bei Alkoholisierten, Schlägereien und dergleichen, sagte ein Sprecher des Sicherheitsdepartements auf Anfrage. Zudem kam es während der Fasnachtstage auch zu drei Raubüberfällen und zu Brandstiftungen.

Doch angesichts der vielen Tausenden, die aktiv oder als Zuschauer und Zuschauerinnen in der Stadt weilen, passiere immer noch relativ wenig, sagte der Sprecher weiter. Viel zu tun gab's im übrigen nach dem Ende der Fasnacht am Donnerstag um 4 Uhr für die Basler Stadtreinigung: Sie rechnete bis dahin mit total 300 bis 400 Tonnen Abfällen aus den drei Fasnachtstagen.

amu/sda

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