Tödlich verunfallter Velofahrer war Martin Vosseler

Der Mann, der am Mittwoch in Basel von einem Lastwagen überfahren wurde, ist der bekannte Umweltaktivist Martin Vosseler. Das ökospirituelle Basel sei nun verwaist, bedauern seine Weggefährten.

Martin Vosseler setzte sich unter anderen gegen den Bau der Zollfreistrasse ein. Foto: Nicole Pont

Martin Vosseler setzte sich unter anderen gegen den Bau der Zollfreistrasse ein. Foto: Nicole Pont

In der Austrasse in Basel ist am Mittwochmorgen ein Velofahrer gestürzt. Daraufhin wurde er vom Hinterrad eines Lastwagens erfasst und verlor sein Leben.

Jetzt ist klar: Bei dem Velofahrer handelt es sich um den bekannten Basler Umweltaktivisten Martin Vosseler. Mehrere Leute aus seinem Umfeld haben den Tod des 71-Jährigen gegenüber der BaZ bestätigt.

Vosseler war in Richtung Spalentorweg unterwegs, als er mit seinem Velo zu Fall kam. Danach sei er von einem Hinterrad des vorbeifahrenden Lastwagens erfasst worden, hiess es in der Mitteilung der Polizei am Mittwoch. Beim Lastwagen-Chauffeur wurde ein Atemalkoholtest durchgeführt. Der Mann war jedoch nicht alkoholisiert.

Tausende von Kilometern ist Martin Vosseler unterwegs gewesen. Zu Fuss von Basel bis nach Jerusalem. Ebenso hat er eine Atlantiküberquerung mit dem Solarboot riskiert. In Basel war er mit einem Schrittzähler zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs und hat nicht selten 30'000 Schritte hingelegt. «Vor diesem Hintergrund macht gerade dieser Tod zutiefst perplex und traurig», sagt sein enger Weggefährte aus Binningen, Beat von Scarpatetti.

Guy Morin tief betroffen

Vosseler war Mitgründer von verschiedenen Umweltorganisationen wie Oekostadt Basel, Schweizer Ärzt*innen für Umweltschutz oder Sun21. Er ist er Schweizer Gründer der «ÄrztInnen für soziale Verantwortung und zur Verhütung eines Atomkrieges» (PSR/ IPPNW Schweiz), des Vereins Sonne Schweiz und dem Verein Transatlantic 21. Der Basler wurde unter anderem bekannt für seinen Widerstand gegen die Zollfreistrasse zwischen Weil am Rhein und Lörrach.

Der ehemalige Basler Regierungspräsident Guy Morin ist tief betroffen. Für ihn war Martin Vosseler ein langjähriger und enger Weggefährte. «Martin Vosseler konnte mit seinem Feuer die Leute begeistern und dafür motivieren, sich für den Frieden und die Umwelt einzusetzen. Er hat auch mich begeistert.» Vosseler habe ihn in den von ihm gegründeten Schweizer Ableger der Organisation ‹Ärzte gegen Atomkrieg› geholt.

«1985 gingen wir gemeinsam nach Oslo, wo die ‹Ärzte gegen Atomkrieg› den Nobelpreis erhielten. Über ihn kam ich auch in die Politik», sagt Morin. 1988 kandidierten beide als Parteilose für den LDU von Hansjürg Weder und wurden in den Grossen Rat gewählt. «Ich weiss nicht, ob ich ohne die Anfrage von Martin Vosseler je in die parlamentarische Politik gegangen wäre», sagt Morin.

Auch Vosselers «Göttimaitli», die frühere Basler Grossrätin (Grüne) und BVB-Verwaltungsrätin Mirjam Ballmer, äussert ihre Trauer auf Facebook:

Hinterlässt grosse menschliche Lücke

Die Organisationen, die Vosseler gegründet hat oder denen er sehr nahe stand, hat der 71-Jährige nicht selten noch begleitet. Diesen 1. August auch noch die Sonnenlandgmeinde Alp Älggi (OW). «Martin Vosseler hinterlässt menschlich eine grosse Lücke», sagt Petra Hirsig-Geiger, Geschäftsführerin von Sun21 in Basel. Vosseler habe als Mitglied regelmässig an ihren Anlässen teilgenommen. Von Scarpatetti würde nicht nur von einer Lücke sprechen, die Vosseler hinterlässt: «Das ökospirituelle Basel ist verwaist», sagt er.

Vertreter werden sich morgen Abend treffen, um die Abdankung vorzubereiten. Erwartet werden viele Trauergäste, so dass die Abdankungsfeier voraussichtlich im Münster stattfinden könnte.

amu/se/wah

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