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Denkwürdige Ostern dank des Titanwurzes

Die blühende Titanwurz bescherte dem Botanischen Garten Basel ein Osterwochenende der Superlative: Rund 25'000 Besucher aus nah und fern liessen sich das botanische Grossereignis nicht entgehen.

Auch am Ostermontag war der Andrang noch beachtlich: Eine Besucherin kam sogar im Spitalbett vorbei.
Auch am Ostermontag war der Andrang noch beachtlich: Eine Besucherin kam sogar im Spitalbett vorbei.
http://titanwurz.unibas.ch
Bruno Erny, der Chef des Botanischen Gartens, vor der offenen Blüte am Samstag. Er hat drei Jahre lang gezittert, ob der Titanwurz in Blüte geht. «Es gab mehrere Fehlschläge mit anderen Knollen. Diese hier haben wir nun zur Blüte gebracht, obwohl sie uns vergangenen Sommer aufgrund eines technischen Defektes beinahe verbrannt wäre.»
Bruno Erny, der Chef des Botanischen Gartens, vor der offenen Blüte am Samstag. Er hat drei Jahre lang gezittert, ob der Titanwurz in Blüte geht. «Es gab mehrere Fehlschläge mit anderen Knollen. Diese hier haben wir nun zur Blüte gebracht, obwohl sie uns vergangenen Sommer aufgrund eines technischen Defektes beinahe verbrannt wäre.»
Mischa Hauswirth
Valeria Scheffler mit Lina und Klaus: «Leider hat die Pflanze nicht mehr so fest gestunken. Die Grösse aber ist sehr beeindruckend.»
Valeria Scheffler mit Lina und Klaus: «Leider hat die Pflanze nicht mehr so fest gestunken. Die Grösse aber ist sehr beeindruckend.»
Mischa Hauswirth
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Wetter und Datum seien perfekt gewesen, sagte Heinz Schneider vom Botanischen Garten Basel am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Ein solches Ereignis erlebe ein Botaniker nur einmal im Leben. Der Aufwand sei aber gross gewesen; rund 55 Personen waren im Einsatz. Die Kosten für die Organisation bezifferte Schneider auf 150'000 Franken. Der Überschuss aus den Einnahmen komme dem Verein Botanischer Garten zugute, der später kostenlose Veranstaltungen durchführen werde. Wegen des grossen Andrangs konnten viele Pflanzenfreunde nur wenige Minuten die blühende Sensation bestaunen.

Kurze Blühdauer

Die Titanwurz-Pflanze, in der Fachsprache Amorphophallus titanum genannt, öffnete ihre dunkelrote Blüte am Karfreitagabend. Daraufhin konnten Besucher während der ganzen Nacht die knapp zwei Meter hohe Blume mit dem markanten gelben Kolben besichtigen. Die Blüte verbreitete nur in den ersten Stunden nach dem Öffnen einen starken Aas- und Fischgeruch.

Ab Samstagmorgen war die Pflanze praktisch geruchfrei. Bereits am Sonntag faltete sich das dunkelrote Hüllblatt ein und am Montag umschloss es wieder den gelben Kolben. Damit war die Pflanze wieder geschlossen, weshalb der Botanische Garten auch den Eintrittspreis von 10 auf 5 Franken senkte.

Der Andrang war ab Freitagabend gross. Rund 500 Besucher konnten pro Stunde durch das Gewächshaus geschleust werden. Es gab Wartezeiten von bis zu einer Stunde. Über 101'000 Personen klickten am Freitag und am Samstag die Internetseite des Botanischen Garten an, um sich über den Blüteverlauf zu informieren.

Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit

Die Aussergewöhnlichkeit des blühenden Titanwurz zeigt sich daran, dass bis Anfang 2011 nur 134 Blühereignisse in allen Botanischen Gärten der Welt registriert wurden. In der Schweiz blühte letztmals am 7. November 1936 ein Exemplar in Bern.

Die Basler Titanwurz-Pflanze stammt von einer Mutterpflanze, die 1994 in Frankfurt geblüht hatte. Sie kam 2009 nach Basel. Die Knolle wog damals acht Kilogramm. Bis zur ersten Blüte muss die Knolle im Boden 20 Kilogramm schwer sein. Erste Anzeichen, dass aus der Knolle eine Blüte wächst, zeigten sich in Basel Anfang März.

Heimisch ist die Titanwurz-Pflanze im tropischen Regenwald auf Sumatra. Die Pflanze benötigt dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperatur. Nachts darf sie nicht unter 23 Grad sinken. Tagsüber sollte sie bei 33 Grad liegen.

SDA/jg

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