Das Parkhaus unter dem Tschudi-Park bleibt umstritten

Das UKBB braucht dringend Parkplätze – Anwohner wollen nicht auf Grünraum verzichten.

Der Tschudi-Park, mit Blick auf das Gebäude des UKBBs.

Der Tschudi-Park, mit Blick auf das Gebäude des UKBBs.

(Bild: Roland Schmid)

Der Tschudi-Park stelle in der näheren Umgebung des Universitäts-Kinderspitals beider Basel (UKBB) die einzige zur Verfügung stehende Fläche für ein Parkhaus dar. Dies hielt der ­Vertreter des Bau- und Verkehrsdepartements zur Petition «Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park» am Hearing der Petitionskommission fest. Diese ist in Bezug auf die Notwendigkeit zwar unterschiedlicher Meinung, aber sie ist sich einig, dass viele Fragen offen sind. Deshalb beantragt sie einstimmig, die Petition an den Regierungsrat zu überweisen. Dieser soll innerhalb eines halben Jahres dazu Stellung nehmen.

Das Projekt für ein unterir­disches Parkhaus unter dem Tschudi-Park mit 347 Plätzen, von denen zwei Drittel den UKBB dienen sollen, ist im September 2018 an einer Informationsveranstaltung vorgestellt worden, an der viel Opposition zu hören war. Die Zu- und Ausfahrt soll an der Spitalstrasse liegen, die Zu- und Ausgänge an der Wilhelm-His-Strasse, also direkt gegenüber dem UKBB. Die damals vonseiten des BVD angekündigte öffentliche Planauflage hat bisher nicht stattgefunden, zumal in der Folge die Petition lanciert und mit 3'590 Unterschriften eingereicht wurde.

80 Plätze im Parkhaus City

Die Petition verlangt, keinen ­Bebauungsplan für ein Parkhaus unter dem Tschudi-Park zu beschliessen. Der Tschudi-Park ist eine Grün- und Spielfläche zwischen der Spitalstrasse, der Wilhelm-His-Strasse und der Johanniterstrasse. Die Vertreter der Petentschaft schlugen am Hearing mit der Petititonskommission vor, dem UKBB könnte im Parkhaus City ein grösseres Parkplatzkontingent als bisher zur Verfügung gestellt werden, zudem sollten Notfallparkplätze auf dem Areal zwischen UKBB und dem neuen Biozentrum eingerichtet werden.

Das UKBB verfügt heute über 80 zugewiesene Parkplätze im Parkhaus City, von denen 49 an Mitarbeitende vergeben seien, wie Vertreter des UKBB darlegten. Denn ein Viertel der Mitarbeitenden des Spitals wohnt im süddeutschen Raum. Das UKBB habe ein überregionales Einzugsgebiet, sodass ein Drittel der Patienten aus anderen Regionen der Schweiz stammt. Ausserdem seien die bestehenden Notfallparkplätze oft voll ­besetzt, sodass diese zeitweise überwacht werden müssten. Eine Bedarfsberechnung weise für das UKBB einen Bedarf von 190 Parkplätzen für Besuchende und Mitarbeitende aus.

Das UKBB benötige Parkplätze in seiner unmittelbaren Nähe, erklärte ein Vertreter des Bau- und Verkehrsdepartements. Auf dem Uni-Campus Schällemätteli habe die Universität bereits 100 Parkplätze realisiert, von den gemäss Bebauungsplan für dieses Areal zugelassenen 200 Plätzen könnten theoretisch weitere 100 auf dem Baufeld westlich der Pestalozzistrasse realisiert werden, wo Neubauten für die Institute für Physik und Chemie geplant sind. Aber die Uni wolle keine weitere Parkplätze für Mitarbeitende zur Verfügung stellen.

Der Verzicht auf ein eigenes Parking für das im Jahr 2011 eröffnete UKBB und die Lösung, im Parkhaus City beim Universitätsspital Plätze zur Verfügung zu stellen, habe sich nur als begrenzt ideal erwiesen, hält die Petitionskommission in ihrem Bericht fest. Es sei aber nicht restlos geklärt, wie viele zusätzliche Parkplätze das UKBB benötige.

Baufeld als Alternative

Für einen Teil der Kommission sei es nachvollziehbar, dass Eltern, die ausserhalb der Stadt Basel wohnen, ihre kranken Kinder mit dem Auto zum Spital bringen. Für solche Situationen stehen dem UKBB offenbar nicht genügend Notfallparkplätze zur Verfügung. Auch sei der Weg vom Parkhaus City zum Kinderspital relativ weit und nicht einfach zu finden. «Mit einem Parking unter dem Tschudi-Park könnte diese Situation deutlich entschärft werden.»

Ein anderer Teil der Kommission ist sich aber nicht sicher, ob das Parking unter dem Tschudi-Park die bestehenden Probleme lösen werde. Die ganze Kommission stelle sich die Frage, ob sich auf dem Baufeld für die Institute für Physik und Chemie nicht auch ein unterirdisches Parking für das UKBB realisieren lasse. Ein solches Parking würde auf der gleichen Strassenseite liegen wie das Kinderspital und würde den Tschudi-Park schonen. Weiter gelte es, die Schulkinder der Primarschule St. Johann vor Lärmemissionen durch benachbarte Baustellen zu schützen.

Basler Zeitung

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