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«Das ist eine menschliche Extremsituation»

Der Mann auf dem Basler Hausdach befindet sich in einer lebensbedrohenden Situation. Der Psychiater Joachim Küchenhoff erklärt die Situation und mit welchen Folgen zu rechnen ist.

Während zwei Tagen hielt der damals 31-Jährige Polizei und Anwohner auf Trab.
Während zwei Tagen hielt der damals 31-Jährige Polizei und Anwohner auf Trab.
Martin Graf, Leserreporter
Freitag, 18. Mai 2011, kurz nach 10.40 Uhr: Der Krankenwagen steht vor dem Hauseingang nachdem die Polizei den Ziegelwerfer vom Dach geholt hat.
Freitag, 18. Mai 2011, kurz nach 10.40 Uhr: Der Krankenwagen steht vor dem Hauseingang nachdem die Polizei den Ziegelwerfer vom Dach geholt hat.
Joël Gernet
Medienangehörige warten an der Kreuzung Bruderholzstrasse/Dornacherstrasse auf die letzten Infos.
Medienangehörige warten an der Kreuzung Bruderholzstrasse/Dornacherstrasse auf die letzten Infos.
Joël Gernet
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Herr Küchenhoff, was kann der Auslöser für eine solche Situation sein, in die sich der Mann auf dem Basler Hausdach hineinmanövriert hat?Joachim Küchenhoff: Man kann in jedem Fall sagen, dass es eine existenzielle Verzweiflung ist, die den Mann motiviert. Er hat da oben wohl gar nichts zu sich genommen und steht auf dem Dach völlig exponiert und alleine. Es ist eine lebensbedrohende Situation – selbst wenn der Mann Dachdecker wäre. So etwas macht ein Mensch nur in äusserster Bedrängnis. Die Motive für so ein Verhalten können aus psychiatrischer Sicht unterschiedlich sein. Es kann beispielsweise ein Gefühl von Verfolgung sein, wie es etwa im Zusammenhang mit wahnhaften Störungen auftaucht. Dabei hat ein Mensch so stark das Gefühl beeinträchtigt, bedrängt oder verfolgt zu werden, dass er nicht mehr weiss, wohin er sich in Sicherheit oder in Abgrenzung zu Anderen bringen kann.

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