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Das Historische Museum will ein zentrales Archiv im Klybeck

Elisabeth Ackermann hielt Infos für ein neues Museumsarchiv just während des Abstimmungskampfs zurück.

An diesem Standort auf dem Klybeck-Areal will das Historische Museum ein weiteres Depot bauen.
An diesem Standort auf dem Klybeck-Areal will das Historische Museum ein weiteres Depot bauen.
Hannes von Wyl

Dass das Historische Museum Basel (HMB) ein Problem mit den Depots hat, haben das Präsidialdepartement und das Museum bereits im September bei der ­Präsentation einer externen Betriebsanalyse bekannt gemacht. Die Lager sind voll und können keine weiteren Gegenstände aufnehmen, einige können die feuerpolizeilichen Richtlinien nicht mehr einhalten, und das Steinlager kann gar nicht mehr benutzt werden, weil bei starkem Regen das Wasser einbricht.

Zudem verfügt das HMB über acht Lager, die über das ganze Kantonsgebiet verteilt sind, was die Aufrechterhaltung zusätzlich erschwert. Was Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) jedoch nicht bekannt gemacht hat, ist, dass ihr zu diesem Problem bereits eine Lösung ­vorliegt. Aus Parlamentskreisen hat die BaZ ein Entwurfpapier erhalten, das das Restaurationsteam des HMB Ackermann vorgelegt hat.

Dem HMB schwebt eine Einrichtung eines zentralen Sammlungs- und Konservierungs­zentrums vor, «wie es bereits das Schweizerische National­museum in Zürich oder das Augustinermuseum in Freiburg im Breisgau realisiert haben». Das Team des Museums sieht in einem zentralen Archiv «erhebliche betriebliche und wirtschaftliche Vorteile». Langfristig könnten so ­Infrastrukturkosten gespart werden.

Heikler Zeitpunkt

Sogar ein Standort wird Ackermann vorgeschlagen: das Klybeck-Quartier. Konkret: «ein ­historisches Gebäude der chemischen Industrie», also der BASF oder der Novartis. Das HMB führt dafür auch mehrere Argumente ins Feld. Zum einen sei der Standort günstig, weil er für das Museum schnell erreichbar sei, und zum anderen, weil die Zufahrt mit Lastwagen jederzeit ­gewährleistet sei. Weiter schreibt das Team des HMB: «Die gesamte Sammlung könnte in einem einzigen Gebäude untergebracht werden.» Eine Ansiedlung einer kulturellen Institution würde zudem das Quartier aufwerten.

Mit dieser Idee orientiert sich das HMB an einem ähnlichen Projekt in Liverpool, wo ein viktorianisches Backstein-Lager­gebäude am Hafen in ein Sammlungszentrum umgebaut wurde. Der Vorteil an der Umnutzung eines ehemaligen Gebäudes der Chemie sei auch ein denkmalpflegerischer. «Ein aus denkmalpflegerischer Sicht wertvolles Bauwerk könnte so erhalten werden.» Dieses Papier des HMB liegt auch der Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rats vor, die zurzeit die Missstände im Museum untersucht.

Doch weshalb hat Ackermann dieses Papier nie publik gemacht? Zumal es eigentlich im Jahresbericht des HMB im Mai 2019 hätte erscheinen sollen. Die Regierungspräsidentin hat die betroffene Passage mit dem Vermerk «Inhalt des geheimen Berichts an die Regierung» gestrichen. Brisant ist jedenfalls, dass der Jahresbericht genau zu dem Zeitpunkt erschienen wäre, als in Basel der Abstimmungskampf um den Neubau des Naturhistorischen Museums und des Staatsarchivs tobte.

Der Regierungsrat hat sich für diese Millionenprojekte ausgesprochen. Eine weitere Forderung für den Neubau eines Museumsarchivs hätte den Abstimmungsgegnern wohl zusätzliche Argumente gegen den Neubau geboten. Regierungspräsidentin Ackermann sei den ganzen Tag ausgelastet und könne eine Anfrage der BaZ nicht bis Redaktionsschluss beantworten, wie ihre Sprecherin Melanie Imhof schreibt. Warum sie den HMB-Bericht zurückhielt, bleibt offen.

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