Zum Hauptinhalt springen

Das Hafenbecken 3 ist ein Plusfaktor der Stadtentwicklung

Die Basler Grünen sollten ihre Rolle als Verhinderer einer europäischen Verlagerungspolitik aufgeben.

So könnte der neue Hafenterminal aussehen. Montage: Gateway Basel-Nord
So könnte der neue Hafenterminal aussehen. Montage: Gateway Basel-Nord

Das Elend der Lokalpolitik ist es, hin und wieder nicht über den Gartenhag zu blicken. Das wird deutlich, wenn man sich die Verlautbarungen der Gegner des Ratschlags für dasHafenbecken 3, den neuen Containerumschlagterminal von internationaler Bedeutung, zu Gemüte führt.

Dieses soll zwischen Autobahn und DB-Gleistrassee an der Grenze zu Weil am Rhein zu liegen kommen. Dort, wo die ehemaligen Gleise zum DB-Güterbahnhofareal inBasel, dem heutigen Erlenmattquartier, liegen.

Zentraler Baustein

Schon vor knapp dreissig Jahren glaubten Umweltschützer, die Stadtentwicklung Basels mittels ökologischer Einsprachen gegen die Überbauung des DB-Güterbahnhofareals blockieren zu können. Heute gilt das Erlenmattquartier als Labor neuer urbaner Lebensqualitäten. Trotz Nähe zur Autobahn. Beim Hafen­becken 3 handelt es sich allen Unkenrufen zum Trotz um einen zentralen Baustein des transeuropäischen Netzes im Güterverkehr. Darin machen die NEAT-Tunnel Lötschberg, Gotthard und Ceneri einen milliardenschweren Anteil aus. Denn die Schweizer Steuerzahler haben diese Tunnels in den vergangenen zwei Jahrzehnten vorfinanziert.

Verlagerung nicht erreicht

Grüne sind sich ja gemeinhin einig, dass das von der Alpen­initiative 1994 durchgesetzteVerlagerungsziel für transalpine Lastwagenfahrten auf 65’000 Fahrten pro Jahr erreicht werden soll, um die extreme, durch Lastwagen verursachte Umweltbelastung in den Alpentälern zu senken.

Davon sind wir in der Schweiz noch weit entfernt (circa vierzig Prozent), aber auch Österreich, am Brennerpass. Dort beabsichtigt die Tiroler Landesregierung, aufgrund unhaltbarer Zustände, verursacht durch den Transitverkehr, Nachtfahrverbote und höhere Mautgebühren für Lastwagen einzuführen. Trotzdem scheint eine Wende nicht in Sicht. Prognosen rechnen mit einer Zunahme der Anzahl Lastwagenfahrten am Brenner um 0,5 auf drei Millionen Fahrten pro Jahr 2030, wenn der Brenner-Basistunnel eröffnet wird. Davon ist ein Teil Umwegverkehr, der die Schweizer Pässe meidet. Deshalb ist das Hafenbecken wichtig.

Den Zusammenhang sehen

Ein Hoffnungsschimmer war der Entscheid des Nationalrats vom 10. März, die Anreize für die Verkehrsverlagerung auf die Schiene deutlich zu erhöhen. Aus diesen Erwägungen heraus gilt es, das Hafenbecken 3 in einem grösseren Zusammenhang zu sehen.

Die Umweltschützer Basels können sich brüsten, ihren Gartenhag zu pflegen. Im weiteren Radius stehen sie als Verhinderer einer europäischen Verkehrspolitik da, die auch den Schutz der Alpen im Fokus hat; und nur darum geht es.

Auch wäre es wünschenswert, wenn die Nachbargemeinde Weil am Rhein in ein solch bedeutendes Projekt stärker eingebunden würde. Dieses Anliegen hat Oberbürgermeister Christoph Huber, der für das Terminal ist, in der «Badischen Zeitung» kürzlich deutlich zum Ausdruck gebracht.

Manchmal tut es deshalb gut, über den Gartenhag zu ­schauen.

Michael Fahlbusch ist Verkehrsplaner und Wissenschaftshistoriker.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch