Zum Hauptinhalt springen

Das Blindenheim Basel wird neu gebaut

Mehr Wohnmöglichkeiten, vielseitige Angebote und das Selbstverständnis eines öffentlichen Hauses.

Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes befinden sich nebst dem Restaurant die Werkstatt mit dem Laden, ein Boulevard-Café und die Lobby. Illustrationen: Stiftung Blindenheim Basel
Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes befinden sich nebst dem Restaurant die Werkstatt mit dem Laden, ein Boulevard-Café und die Lobby. Illustrationen: Stiftung Blindenheim Basel

In den Siebzigerjahren war das Alters- und Pflegeheim des Blindenheims an der Kohlenberggasse 20 das modernste der Stadt. Mittlerweile haben sich die Anforderungen für eine solche Institution jedoch verändert. Die rund 70 Zimmer mit ihren 14,5 bis 16,5 Quadratmeter plus Vorraum und Nasszellen sind zu klein. Ausserdem seien die Möglichkeiten zusätzlicher Angebote im Pflege- und Gesundheitszentrums nur eingeschränkt umsetzbar gewesen.

Deshalb hat sich die Stiftung Blindenheim Basel dazu entschlossen, einen Neubau zu erstellen. «Dies, trotz höherer Kosten, weiterhin im Zentrum der Stadt», wie Stiftungspräsident Pierre Jaccoud an der Medienorientierung betonte.

Um die vielfältigen Bedürfnisse einer ebenso vielfältigen Klientel besser abdecken zu können, hat die Stiftung drei Liegenschaften in der Nachbarschaft sowie eine Grünparzelle von der Stadt gekauft. Die Gebäude an der Kohlenberggasse 20 und 24 werden zurückgebaut.

100 Wohnmöglichkeiten

Dank zusätzlichem Platz können neu rund 100 Wohnmöglichkeiten in der Alters- und Pflegeabteilung angeboten werden. Dazu gesellen sich weiterhin die Wohnmöglichkeiten am Steinengraben 75, die nicht oder nur bei Bedarf betreut werden. Sie sind vom Neubau nicht direkt betroffen. Insgesamt werden neu 175 Plätze für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen angeboten.

Die Stiftung hat sechs Architekturbüros damit beauftragt, Ideen für die Umsetzung des neuen Gebäudes zu entwerfen. Einstimmig am besten gefallen hat das Projekt der Esch.Sintzel Architekten in Zürich und deren Partnern, den Landschaftsarchitekten Stauffer Rösch in Basel. Der Grundriss des Projekts erinnert an ein Puzzle-Teil mit drei Flügeln. Markant präsentiert sich die Zugänglichkeit zu den verschiedenen Gebäudeteilen.

Eine kurze Gasse zwischen den bestehenden Bauten entlang des Steinengrabens führt in den gemeinschaftlichen Gartenhof mit Restaurant.
Eine kurze Gasse zwischen den bestehenden Bauten entlang des Steinengrabens führt in den gemeinschaftlichen Gartenhof mit Restaurant.

Das Selbstverständnis eines öffentlichen Hauses wird mit dem Neubau auch architektonisch ausgedrückt: Eine kurze Gasse zwischen den bestehenden Bauten entlang des Steinengrabens und dem Pflege- und Gesundheitszentrum führt in den geschützten, gemeinschaftlichen Gartenhof mit Restaurant. Das Areal zwischen Kohlenberggasse und Steinenschanze wird neu gestaltet. Das Blindenheim ist also nicht nur ein Wohnheim, sondern beherbergt auch Ärztehaus, Café, Werkstätte, Laden, Dienstleister, Kulturhaus, Residenzen mit Service, Tagesstruktur für Jüngere und Betagte und vieles mehr. «Es geht also nicht nur um den Bau eines weitere Alters- und Pflegheims. Der Bau ist Teil unseres strategischen Entscheids, das Angebot zu verbreitern», so der Stiftungspräsident.

Im Erdgeschoss befinden sich nebst dem Restaurant die Werkstatt mit dem Laden, ein Boulevard-Café und die Lobby. Die Etagen eins bis vier werden für Pflege und Betreuung genutzt. Und im Attikageschoss werden verschiedene Gesundheitsbereiche eingerichtet. Hier ist auch die Verwaltung untergebracht.

40 Millionen für Baukosten

Der voraussichtliche Baubeginn ist im Mai kommenden Jahres. Für die Zeit während der Bauarbeiten disloziert die Alters- und Pflegeabteilung in die ehemalige Reha Chrischona in Bettingen. Die Gebäulichkeiten werden derzeit bereits vom Alterszentrum Lamm als Rochade-Standort genutzt.

Die Kosten für den Bau belaufen sich auf geschätzte 40 Millionen Franken. Davon bezahlt die Stiftung die Hälfte. Der restliche Teil soll durch Spenden und Hypotheken finanziert werden, so Jaccoud. In der Institution arbeiten rund 150 Berufstätige, verteilt auf hundert Vollzeitstellen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch