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Kirche wird zu Notfallstation – Unispital bittet Hausärzte um Mithilfe

In der Predigerkirche können bald Corona-Verdachtsfälle behandelt werden. Auch die kantonale Sozialhilfe und eine Kinoreihe haben Massnahmen ergriffen.

Die Predigerkirche steht direkt neben dem Unispital und ist daher ideal für eine Ausweichstation geeignet.
Die Predigerkirche steht direkt neben dem Unispital und ist daher ideal für eine Ausweichstation geeignet.
Christian Jäggi

Bis anhin sind im Kanton Basel-Stadt drei bestätigte Corona-Fälle bekannt, über 200 Menschen stehen derweil unter Quarantäne. Die Krankenhäuser sind nicht zu beneiden. Das Unispital Basel teilte am Montag zwar noch mit, dass man alles unter Kontrolle habe. Jedoch mahnte Mediensprecher Nicolas Drechsler auch, dass sich dies schnell ändern könne.

Die Verdachtsfälle häufen sich täglich. Deshalb hilft nun die Predigerkirche am Totentanz, direkt neben dem Unispital, mit. Sie wird momentan zur Corona-Notfallaufnahme umfunktioniert.

«Es ist schon alles ausgeräumt», sagt Franz Osswald, Sekretär der Christkatholischen Kirche Basel-Stadt zur BaZ. Die Gottesdienste der nächsten Tage seien alle verschoben. Vertreter des Spitals seien in diesem Moment daran, die Kirche «coronatauglich» zu machen. Mithilfe von Stellwänden werden verschiedene Kojen eingerichtet, in denen die nötigen Tests und Untersuchungen durchgeführt werden können. Am kommenden Freitag soll die provisorische Notfallstation bereit sein.

Um die Christkatholische Kirche als Notfallstation nutzen zu können, ist das Unispital auf der Suche nach Personal. In einem Schreiben, welches der BaZ vorliegt, werden weitere Kliniken und sämtliche Hausärzte aus dem Kanton um Mithilfe gebeten. Praktizierende, angestellte, aber auch pensionierte Ärzte sollen in der Predigerkirche mithelfen. Eine aktive Praxisbewilligung sei nicht von Nöten, wohl aber ein anerkanntes Arztdiplom. Es wird von einer mehrwöchigen Betriebsphase ausgegangen.

Die Kirche und das Unispital seien schon seit längerem in Kontakt, fügt Franz Osswald hinzu. «In aussergewöhnlichen Situationen können wir das Krankenhaus als Ausweichstation entlasten.» Dies wird vorläufig bis am 15. März der Fall sein. Bis dann hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im ganzen Land die «besondere Lage» ausgerufen. Man müsse aber von Woche zu Woche schauen, wie sich die Lage entwickeln wird, sagt Osswald.

Corona-Wohnungen für Obdachlose

Auch die Sozialhilfe Basel-Stadt ist für Notfälle vorbereitet. Für Personen, welche mit dem Virus in Verbindung kommen und keine eigene Bleibe haben, wurden vier Notwohnungen eingerichtet. «Bis anhin haben wir noch keinen Fall», sagt Jacqueline Lätsch, stellvertretende Leiterin der Sozialhilfe Basel. Falls ein Wohnungsloser unter Quarantäne müsste, wäre man aber bereit.

Es werde stark darauf geachtet, dass die Personen nicht im selben Zimmer schlafen und dass die Hygieneregeln strikt eingehalten werden. Trotzdem sollten Betroffene nicht alleine sein. Es können mehrere Corona-Verdachtsfälle in derselben Wohnung einquartiert werden. Aber auch das Sozialamt müsse zunächst erste Erfahrungen sammeln, sagt Lätsch.

Kultkino Basel mit Sicherheitsmassnahmen

Die beiden Kultkinos am Claraplatz und beim Theater haben während der Fasnacht normalerweise geschlossen. Nach der Absage entschloss sich der Betrieb aber, mit dem Programm fortzufahren. Geschäftsleiterin Romy Gysin sagt: «Aufgrund der Einschätzung des Gesundheitdepartements besteht kein erhöhtes Risiko in unseren Kinos. Trotzdem haben wir einige Massnahmen vorgenommen.»

Zum einen werden die Säle nach den Filmen gereinigt. Dies hat zur Folge, dass nicht immer alle Räumlichkeiten geöffnet sind. Zum anderen bittet das Kino, vorwiegend digital zu bezahlen. «Über Noten und Münzen können Viren ziemlich gut transportiert werden», begründet Gysin das Anliegen. Das Zahlen mit Bargeld sei jedoch nicht per se verboten.

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