Claraplatz ist für die Giraffe zu heisses Pflaster

Die Spielzeug-Wackeltiere in Basel wurden mehrfach stark beschädigt. Der finanzielle Schaden ist gross. Nun zügeln sie ins Winterquartier.

Die Reparaturen des Geräts mit einem Kaufpreis von 30'000 Franken kosteten mehrere Tausend Franken.

Die Reparaturen des Geräts mit einem Kaufpreis von 30'000 Franken kosteten mehrere Tausend Franken.

Kaputt geritten. Aus purer Zerstörungswut. Der überdimensionalen Wackel-Giraffe auf dem Claraplatz ist übel mitgespielt worden. Vor anderthalb Monaten installiert, wurde das Spielzeug dreimal mutwillig beschädigt. Laut BVD-Sprecher Daniel Hofer habe einmal eine Passantin beobachtet, wie eine Gruppe junger Leute sich regelrecht auf das Spielzeug gestürzt und es «zugrunde geritten» habe. Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD), das die Wackeltier-Aktion zusammen mit Pro Innerstadt umgesetzt hatte, erstattete für die Vandalismus-Fälle Anzeige – bislang ohne Ergebnis.

Die Giraffe, die von mehreren Kindern mit grossen Hebeln in Bewegung gesetzt werden kann, wurde seit ihrer Installation Anfang September bereits zweimal repariert und gestern zur Winterpause wieder abgebaut – dies wegen der Defekte einen Monat früher als geplant. Die bittere Bilanz: Die Giraffe war während sechs Wochen gerade mal acht Tage funktionsfähig. Und das, obwohl sie abends mit einer Schutzhülle zugedeckt wurde und ein Bewachungsdienst nachts mehrere Kontrollgänge machte.

Die grosse Ernüchterung

Die Reparaturen des Geräts mit einem Kaufpreis von 30'000 Franken kosteten mehrere Tausend Franken. Für Hofer eine bittere Erfahrung. «Wir wollten herausfinden, was im öffentlichen Raum möglich ist, jetzt wissen wir, was an gewissen Orten leider nicht möglich ist.» Bedauernd äussert sich auch Mathias F. Böhm, Geschäftsführer von Pro Innerstadt Basel: «Als Verfechter von ganz Basel stellten wir die erste Figur bewusst im Kleinbasel auf. Schade, hat es nicht funktioniert.»

Anders beim Wackel-Zebra auf dem Rümelinsplatz, wo das zweite Grossspielzeug der Aktion für mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum installiert worden ist: Zwar hat auch das Zebra Blessuren davongetragen. Die Beschädigung sei jedoch geringer, teilt das BVD mit. In der Winterpause werden die beiden Geräte, die eigens für das Projekt entwickelt und gebaut worden sind, repariert. Zudem werde geprüft, ob die Konstruktion verbessert werden kann, so BVD-Sprecher Hofer.

Aufgrund der Erfahrungen wollen Pro Innerstadt und das BVD bis Ende Jahr entscheiden, was mit den Wackeltieren weiter geschehen soll. Für Böhm steht das Projekt an sich nicht zur Debatte. «Wenn das Spielzeug da war, wurde es benützt. Die Übung abzubrechen, wäre nicht sinnvoll.» Was bereits feststeht: Nachdem sich der Claraplatz für die Giraffe als zu heisses Pflaster herausgestellt hat, wird er von der Standortliste gestrichen. Noch zur Wahl stehen neben dem Rümelinsplatz der Münsterplatz und die Kaserne.

Basler Zeitung

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