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Chancen und Risiken für Basler Gewerbeflächen

Die besten Gewerbe- und Industrieflächen im kleinräumigen Kanton Basel-Stadt sollen nach Meinung des Gewerbeverbandes weiter entwickelt und verdichtet werden.

Gewinnt durch den geplanten Wohnungsbau am Nordende: das Dreispitz-Areal.
Gewinnt durch den geplanten Wohnungsbau am Nordende: das Dreispitz-Areal.
Marc Eggimann

Die Verdrängung des Gewerbes nehme problematische Dimensionen an, sagte Gewerbeverbandsdirektor Gabriel Barell am Freitag vor den Medien. Seit 2003 seien 82'000 Quadratmeter Gewerbefläche abgebaut und vor allem der Wohnzone zugeordnet worden. In den nächsten Jahren drohe der Verlust von weiteren 25 Prozent des Gewerbegebietes.

Eine im Auftrag des Gewerbeverbands Basel-Stadt erstellte Gesamtschau beurteilt die acht Gewerbe- und Industrieflächen bezüglich Lärmtoleranz, Erreichbarkeit, Nutzungskonflikte und Grösse. Demnach haben kompakte Gewerbeareale, die an Zonen mit einem geringen Wohnanteil grenzen, einen deutlichen Vorteil.

Geruchs- und Lärmemissionen sorgten für weniger Probleme, heisst es im Bericht des Instituts für Wirtschaftsstudien Basel. Die Studie bezeichnet deshalb die Areale Lysbüchel, Neudorfstrasse und den Novartis-Campus als ideale Gewerbezonen. Letzterer ist jedoch für das Gewerbe kaum nutzbar, liegt aber in der Gewerbezone.

Wohnungsbau als «Spaltpilz»

Das Dreispitz-Areal würde durch den geplanten Wohnungsbau am Nordende gewinnen. Die verbliebene Gewerbefläche könnte durch die neue Form effizienter genutzt werden, schreiben die Autoren. Auf dem Areal Lysbüchel hingegen hätten die geplante Wohnbauten gravierende Folgen für das Gewerbe. Es gehe wertvolle Gewerbefläche verloren.

Zudem hätten die Wohngebäude, die vom Gewerbedirektor als «Spaltpilz» bezeichnet wurden, auch negative Auswirkungen auf das angrenzende Areal Neudorfstrasse. Mit einer Änderung der Lärmempfindlichkeitsstufe müsse gerechnet werden, heisst es in der Studie. Das Areal Klybeck schneidet in der Studie eher schlecht ab, deshalb sei die geplante Umwandlung in ein Stadtquartier nachvollziehbar. Die Industrie- und Gewerbezone Auf dem Wolf befindet sich ebenfalls nicht im idealen Bereich. Auch dort könnten sich Veränderungen positiv auswirken.

Eine hohe Lärmtoleranz weist dagegen das Hafenareal und das Areal Badenstrasse auf, jedoch mangle es an Kompaktheit, heisst es. Die geplanten Neuerungen könnten dazu führen, dass dort ein grosses, in sich geschlossenes Gewerbegebiet entstehe. Der Gewerbeverband plädiert für den Erhalt der besten Gewerbeareale, wozu auch das Lysbüchel gehört. Dort soll sinnvoll verdichtet werden. Für solche Massnahmen brauche es aber Planungssicherheit, sagte Barell. So lange nicht feststehe, was mit diesen Gebieten geschehe, blieben sie unternutzt.

SDA/ker

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