Catch a Car verzichtet auf Elektro-Autos

Weil sie länger an der Steckdose hängen als zu fahren, reduziert Catch a Car in Basel die Flotte der Elektroautos von 30 auf nur noch 10 Stück.

Die Elektroautos rentieren nicht: Catch a Car reduziert das Angebot in Basel.

Die Elektroautos rentieren nicht: Catch a Car reduziert das Angebot in Basel.

Elektroautos in der Flotte von Catch a Car seien auf kurzen strecken effizient, leise und belasteten die Stadt nicht mit Abgasen. Mit diesen Worten bewarb der Geschäftsführer des Autoverleihers vor knapp einem Jahr in einem Interview mit dieser Zeitung die Anschaffung von 30 VW-Golf mit 100-prozentigem Elektroantrieb. Nun zieht das Unternehmen, dessen Aktien vor Kurzem zu 100 Prozent von der Mobility-Carsharing übernommen wurden, in Basel und den umliegenden Gemeinden 20 E-Golf aus dem Verkehr. Dies geht aus einem Schreiben an die Mitglieder von Catch a Car hervor.

Catch a Car begründet den Teilabzug der E-Autos aus Basel mit den langen Standzeiten während des Ladens, während denen die Autos den Kunden nicht zur Verfügung stehen und kein Geld einspielen. Zudem seien die Anschaffungskosten von Elektroautos hoch.

Genau diese Probleme sprach die BaZ im November 2018 an, als die 30 Elektro-Golfs ins Angebot aufgenommen wurden. Der damalige Catch-a-Car-CEO René Maeder wollte davon nichts wissen. Das Unternehmen wollte mit Verweis auf das Geschäftsgeheimnis auch nicht sagen, wie gross die Laufleistung der Fahrzeuge ist und wie häufig sie dementsprechend aufgeladen werden müssen.

Die Übernahme von Catch a Car durch Mobility führten zu neuen strategischen Überlegungen. Ziel ist es, das Freefloating-Modell von Catch a Car rentabel zu machen. Neben den zehn Elektroautos stehen den Kunden 120 Benziner zur Verfügung.

Linke sind sauer

Auf Facebook bezeichnet SP-Grossrat Thomas Gander das Vorgehen von Catch a Car mit der Reduktion als «schwach». Das Unternehmen würde so an «Innovation» und «Nachhaltigkeit» vorbeioptimieren. «Carsharing in einer Stadt muss auf Elektrifizierung setzen», sagt Gander. Der Entscheid, zwanzig E-Autos abzubauen, ziele völlig an der zukünftigen urbanen Mobilität vorbei.

Der SP-Fraktionschef ortet ein Problem bei zu wenigen Schnellladestationen, die es in Basel-Stadt gäbe. Entsprechende Vorstösse im Grossen Rat seien aber gemacht. Gander: «Nun ist der Kanton gefordert.»

mar/amu

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