BVB-Fahrplan mit Kinderkrankheiten

Der neue Fahrplan sorgt in Riehen für rote Köpfe. Die Anwohner im Niederholzquartier haben vieles zu bemängeln und starten nun eine Petition.

Endstation zu klein: Stauen sich die 31er in der Hörnliallee, werden die Passagiere auf die Rabatte ausgeladen.

Endstation zu klein: Stauen sich die 31er in der Hörnliallee, werden die Passagiere auf die Rabatte ausgeladen.

(Bild: Daniel Wahl)

Daniel Wahl

Der emotionale Verlauf der Informations-Veranstaltung zum neuen BVB-Fahrplan im Andreashaus am 4. Dezember liess es bereits erahnen: Der neue BVB-Fahrplan ist für die Bewohner vom Niederholzquartier in Riehen eine «Verschlimmbesserung» – für viele schlicht ein Ärgernis. In Kraft ist der Fahrplan seit Mitte Dezember, und schon nach einem halben Monat Praxis­erfahrung sehen die Anwohner ihre Befürchtungen bestätigt: Das Niederholz sei nicht mehr richtig an den öffentlichen Verkehr angebunden, die Anschlüsse seien nicht garantiert. Der Fahrplan kranke in vielen Details. Voraussichtlich morgen Samstag startet darum SP-Einwohnerrat Roland Engeler-Ohnemus eine Petition, die Korrekturen am BVB-Fahrplan fordert.

Die Nase gestrichen voll hat zum Beispiel Cécile Übelhart. Gleich zweimal hat sie der neue Fahrplan über die Festtage versetzt. Ein erstes Mal, als sie feststellen musste, dass die Buslinie 34 nicht mehr wie gewohnt als 34er weiterfährt, sondern vor dem Hörnli zur Linie 31 wird. Dort an der neuen «Endstation» wartet der Bus eine Viertelstunde lang. Wer also vom Otto-Wenk-Platz kommend via Grenzacherstrasse nach Basel fahren will, muss an der Station Friedhof Hörnli 15 Minuten lang auf die Weiterfahrt warten. Das Gleiche gilt in umgekehrter Richtung. Ausgeladen wurde die behinderte Frau auf die grüne, durchnässte Rabatte, weil bereits ein zweiter 31er im zu kleinen Haltestellenbereich wartete.

Verwirrung und Hindernisse

Die zweite Versetzung Cécile Übelharts erfolgte tags darauf: Sie wollte mit dem Kleinbus vom Hörnli zur Habermatten fahren und in die 6er-Tramlinie umsteigen. Diese Verbindung gibt es sonntags nicht mehr, sie hätte den Umweg über den Claraplatz nehmen können. Cécile Übelhart hat noch viel Nachteiliges zu erzählen: Etwa, dass die Betagten aus den Alterswohnungen vom Rankhof nicht mehr im Rauracherzentrum einkaufen gehen könnten. Oder dass auf der Anzeigetafel am Claraplatz drei Mal die Linie 34 angeschrieben ist, jedes Mal mit einer anderen Enddestination. «Die Verwirrung der Leute ist komplett», sagt sie.

Auch Bus-Chauffeure orten Probleme – insbesondere bei den Umsteigebeziehungen: Passagiere, die mit den Kleinbussen der Linien 35/45 anreisen und von der Ecke Rauracherstrasse bis zur Haltestelle Hörnli gehen müssen, haben bloss eine Minute Zeit. Das reicht selten. «Der Anschluss ist nicht garantiert, wie es versprochen wurde», sagen die Chauffeure vor Ort.

Engelers Forderungen

Wie Paul Spring, Präsident des Quartiervereins Niederholz zusammenfasst, sind die Befürchtungen eingetroffen, die er in seiner Vernehmlassung zum neuen Fahrplan zu Papier brachte. Er moniert, dass der 34er nicht mehr über die Habermatten fährt. Das führt zwar zu einer Fahrzeitverkürzung, doch der Anschluss ans Ruftaxi ist nicht gewährt. «Das Taxi steht nun im Off, beziehungsweise nur noch den Passagieren vom 6er zur Verfügung.»

Die Klagen im Quartier hat Einwohnerrat Roland Engeler zusammengetragen und daraus fünf Forderungen formuliert, für die er Unterschriften sammeln wird: Namentlich will Engeler
> dass die Busse der Linie 31/34 bei der Haltestelle Friedhof Hörnli keine Pause mehr einlegen;
> dass die Haltestellen der Kleinbuslinien 35/45 beim Otto-Wenk-Platz und beim Friedhof Hörnli so platziert werden, dass die Umsteigebeziehungen wesentlich verbessert werden und das Überqueren der Strassen minimiert werden kann;
> dass die Haltstellen beim Friedhof Hörnli mit Fahrgastanzeigen ausgerüstet werden.;
> dass in den Abendstunden die Umsteigemöglichkeit von der Buslinie 34 auf das Habermatten-Ruftaxi wieder gewährleistet wird;
> dass die Haltestelle Dominikushaus wie bisher im Viertelstundentakt bedient wird.

Vorerst nur kleine Anpassungen möglich

In einer ersten Reaktion schreiben die BVB: «Erste kritische Stimmen von der Veranstaltung vom 4. Dezember decken sich mit negativen Reaktionen, welche wir nun erhalten haben. Sie betreffen hauptsächlich die Linienführung des Busses 34 sowie die Erreichbarkeit des Friedhofs am Hörnli (Kleinbus 35/45 und Bus 34 am Sonntag fahren über Habermatten anstatt direkt).

Kurzfristig wolle man in den kommenden Wochen die Abfahrtszeit der Buslinien 35/45 um eine Minute vorverlegen. Damit wird an der Haltestelle Riehen Bahnhof der Anschluss auf die S-Bahn Richtung Basel gewährleistet; aktuell muss der Bus dort oft vor der verschlossenen Barriere warten. Umfangreichere Änderungen könnten erst auf den nächsten Fahrplanwechsel eingeleitet werden.

Basler Zeitung

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