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BVB überprüfen Türverschluss an einem Tram

Nachdem ein Passagier eine Hand oder einen Finger eingeklemmt hat, testen die Basler Verkehrsbetriebe die Sicherheitsmechanismen der entsprechenden Tür.

Die Türen von BVB-Trams weisen insgesamt vier verschiedene Sicherheitsmechanismen auf. Foto: «20 Minuten»
Die Türen von BVB-Trams weisen insgesamt vier verschiedene Sicherheitsmechanismen auf. Foto: «20 Minuten»

Es war im letzten August in ­Baden. Der SBB-Zugbegleiter Bruno R. wird von einer Waggontür eingeklemmt und vom anfahrenden Zug mitgeschleift. Das Malheur passiert, weil der Einklemmschutz der Tür defekt ist. Der Vorfall endet tödlich.

Am Donnerstag ereignete sich beim Bahnhof SBB bei einem BVB-Tram ein Vorfall, der zumindest an den tragischen Unfall in Baden erinnert: Ein Passagier klemmte sich bei einer Wagentür eine Hand oder einen Finger ein. Der Öffnungsmechanismus hat eventuell versagt.

Fragen auf Twitter

Auf Twitter berichtet ein Nutzer namens «Salah Hattrick» vom Vorfall. «Wie ist es technisch möglich, dass eine Tramtür eine Hand einklemmt? Weshalb muss eine ältere Frau zum Fahrer eilen, damit dieser nicht einfach losfährt?», schrieb er und bat die BVB um Auskunft. Und weiter: «Wie kann das sein, dass der Fahrer genervt nach hinten kommt und die Fahrgäste und couragierten Helfer anschnauzt und sagt, wenn es Ihnen nicht passt, sollten diese ein anderes Tram nehmen?»

In einem Tweet entschuldigte sich die BVB-Leitstelle «für dieses unschöne Erlebnis». Sie bat «Salah Hattrick» um Angabe von Details. Auf Anfrage der BaZ bestätigen die BVB den Vorfall, der sich offenbar kurz vor 19 Uhr ereignet hat. Der Führer des betreffenden Trams sei via Display im Führerstand informiert worden, dass bei der hintersten Tür die Notbremse sowie der Türnothahn betätigt worden seien, schreibt die BVB-Medienstelle. «Gleichzeitig wurde der Wagenführer von einem Fahrgast darüber informiert, dass sich bei der hintersten Tür des Fahrzeugs ein Fahrgast die Hand/die Finger eingeklemmt haben soll.»

Als der Wagenführer nachgeschaut habe, sei die betroffene Person nicht mehr da gewesen, so die BVB weiter. Auch «Salah Hattrick» habe sich nicht mehr gemeldet. Daher könne man den genauen Vorgang des Ereignisses nicht nachvollziehen. «Nach der Meldung wurde die Tür aber ausgeschaltet.» Nach dem Einstellen des Trams ins Depot um etwa 20.15 Uhr sei die entsprechende Tür dann kontrolliert und überprüft worden. Dabei sei keine Fehlfunktion festgestellt worden.

Gemäss den BVB haben die Türen von Trams vier Sicherheitsmechanismen, die verhindern, dass Körperteile oder Gegenstände in den Türen eingeklemmt werden können. Dazu zählt etwa die Lichtschranke innerhalb des Fahrzeugs. Einer dieser Sicherheitsmechanismen sei direkt im schwarzen Türkanten­gummi eingebaut. Bei einem Druck auf die Gummikante stoppe das Fahrzeug, und die Tür ­öffne sich automatisch. Unfälle wegen defekten Öffnungsreflexes habe es noch keine gegeben.

60 Meter mitgeschleift

Die letzte Auskunft der BVB ist nicht korrekt. Im Dezember 2009 wurde ein gehbehinderter Rentner beim Einsteigen in ein 14er-Tram beim Bankverein von einer Tür eingeklemmt und 60 Meter mitgeschleift. Er habe alles versucht, um seine Hand rauszuziehen, und habe mit seinem Stock ans Tram gepoltert, erzählte der Mann später dem «Blick». Nachdem er die Hand plötzlich frei bekommen habe, sei er zu Boden zwischen Motorwagen und Anhänger gefallen. Der Rentner wurde beim Vorfall erheblich verletzt.

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